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Geht es auch eine Nummer kleiner?

Großflecken-Umbau Geht es auch eine Nummer kleiner?

Den Neumünsteranern ist keineswegs gleichgültig, wie ihr zentraler Stadtplatz Großflecken neu gestaltet wird. In der Stadthalle waren alle Plätze besetzt, 250 Bürger informierten sich am Mittwochabend über die Entwürfe von drei Architektenbüros. Unüberhörbarer Tenor: Geht’s auch eine Nummer kleiner?

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Die Promenade am Großflecken stellt der Lübecker Tonio Trüper sich so vor. Außerdem: weniger Stellplätze auf der Ostseite, für die Lütjenstraße Neupflasterung mit Entwässerungsrinne mittig.

Quelle: Tonio Trüper

Neumünster. Auslöser für den Großflecken-Umbau waren die häufigen Klagen über die Begehbarkeit des erst vor 25 Jahren neu gestalteten Platzes gewesen: „Die Fugen zwischen den Pflastersteinen werden zunehmend offener, der Radweg zwischen Fahrbahn und offenem Platz ist nicht optimal. Es besteht Handlungsbedarf“, gestand Stadtplanungschefin Ute Spieler zu.

 Alle drei Entwürfe, die diese Zeitung am vergangenen Sonnabend vorgestellt hat, sind um eine kleinteiligere Gliederung des riesigen Platzes bemüht. Jens Bendfeldt aus Kiel schwebt dafür ein offenes räumliches Gebilde, auch als überdachte Bühne nutzbar, auf der Nordhälfte vor. Tonio Trüper aus Lübeck und Michael Kaschke von WES Hamburg setzen auf akzentuierende Baumreihen, Wasserspiele und Hochbeete.

 „Dann gebe ich meinen Stand auf und werde Förster in Neumünster“, brachte Stefan Wegener, Sprecher der Wochenmarktbeschicker, deren Bedenken vor. Spieler beruhigte: „Die Fontänen-Düsen sind ins Pflaster eingebaut; die weiterhin multifunktionale Nutzung des Platzes soll erhalten bleiben. Das war Voraussetzung.“

 „Die finanzielle Situation Neumünsters ist angespannt. Ich bin erstaunt, dass die Stadt bereit ist, an solche Umgestaltung zu denken. An welche finanzielle Größenordnung ist denn gedacht?“, fragte eine Stimme aus dem Publikum. „Das muss letztlich die Politik entscheiden“, sagte Bernd Heilmann von Neumünsters Stadtplanung. „Man kann auch Prioritäten setzen, was zuerst realisiert werden soll.“

 „An der Steinwüste muss etwas gemacht werden, aber diese Pläne sind eine Nummer zu groß“, meinte eine Zuhörerin. „Mit allen drei Planern ist die künstlerische Ader durchgegangen. Mehr Bescheidenheit angesichts der finanziellen Möglichkeiten“, forderte Rolf Postel und gab zu bedenken: „Die Fontänen auf der Klosterinsel sind auch wieder zugeschüttet worden.“ Im Übrigen: „Die Begehbarkeit des Platzes stand doch im Mittelpunkt!“

 Über die hatte sich Kaschke die ausführlichsten Gedanken gemacht: Während Trüper aus Kostengründen nur die Zugangsachse über den Großflecken zur Lütjenstraße „ausbauen, die Köpfe der Pflastersteine abschleifen und wieder einbauen“ wollte, ist für Kaschke diese Lösung platzweit denkbar. Dazu gelber Klinker („Das Tablett für ihre Stadt.“) für alle Flanier- und Boulevardzonen und für die Fahrbahn des Fleckens gelb eingefärbter Asphalt.

 Eine Zuhörerin beklagte: „Der Großflecken verliert immer mehr Parkplätze. Ich hab keine Lust, immer mit dem Bus in die Stadt zu kommen.“ Sie erntete prompt Beifall. „Eine Auffrischung für den Großflecken finde ich gut. Aber die Leute müssen auch in die Stadt kommen. Wie lange dauert die Umgestaltung? Und gibt es nicht eine einfachere Lösung, step by step?“, wollte Geschäftsmann Stefan Andresen wissen, der an die 20-prozentigen Umsatzeinbußen des Einzelhandels während des Großfleckens-Verkehrsversuchs erinnerte.

 „Es wird noch eine Menge Diskussionen geben, wenn die Politik ihre Entscheidung getroffen hat entweder für einen der Entwürfe oder aber für eine Zusammensetzung einzelner Elemente. Erst danach wird der Ablauf im Detail geplant“, erklärte Heilmann. Selbstverständlich würden an Fragestellungen, wo zum Beispiel die Taxi-Stellplätze angesiedelt würden, auch Gremien wie Neumünsters Seniorenbeirat und der Behindertenbeauftragte beteiligt werden.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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