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Gänseliesel ist jetzt „gedreht“

Blickrichtung Großflecken Gänseliesel ist jetzt „gedreht“

Dank der Plöner Firma Galabau Strecker blickt sie jetzt wieder in die richtige Richtung, zum Großflecken nämlich: Monate nach der kommunalpolitischen Diskussion in Neumünster wurde am Dienstagvormittag die Skulptur der Gänseliesel samt Gans umgedreht.

Mit vereinten Kräften sorgten Holger Wirschke (links), Jens-Peter Huthsfeldt und Frank Strecker auf der Ladefläche dafür, dass die Gänseliesel wieder in Richtung Großflecken guckt.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Ob das diesmal klappt?“, fragte ein Passant halblaut und skeptisch unterm Regenschirm, als Frank Strecker von der Ladefläche des Lkw aus die Liesel samt Gans an den Kranausleger nahm und in die Luft hob. Dann wurden die 60 Zentimeter langen Ankerstreben von Frau und Federvieh aus Bronze im aufgegrabenen Loch am neuen Standort auf dem Gänsemarkt versenkt, drum herum ein Viertel Kubikmeter Beton geschaufelt und verdichtet. „Die Dame steht, die klaut keiner“, versicherte Strecker.

 Mit dem neuen Ist-Zustand dürfte SPD-Ratsherr Bernd Delfs beruhigt sein. Als Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses hatte er seinerzeit lautstark bemängelt, dass die Bronze der Hamburger Künstlerin Frauke Wehberg, die während der Bauphase der Holsten-Galerie samt verbliebener Gans und Brunnenpumpe im Technischen Betriebszentrum eingelagert war, nach der Wiederaufstellung dem früher angepeilten Großflecken nun den Rücken wandte.

 Auch die neue, daneben installierte recht moderne Wasserpumpe empfanden Delfs & Co. als Stilbruch. Und so beschloss der Ausschuss die Drehung und Rückkehr der alten Pumpe. Dass es tatsächlich so kommen würde, obwohl der Ausschuss laut Rechtsamt gar nicht zuständig war, hatte im Dezember Oberbürgermeister Olaf Tauras im Rat mitgeteilt, mit dem Kommentar: „Glückliches Neumünster, dass es solche Probleme hat.“

 Bei der Umsetzung hatte weniger ein Telekom-Schacht im Erdreich gestört als die Tatsache, dass sowohl der Wasserzulauf für die Original-Schwängelpumpe als auch der Ablauf zur Straße hin neu verlegt werden mussten. Anfang kommender Woche soll die Pumpe installiert werden und auch die zweite Gans, die Wehberg als Ersatz für die vor Jahren gestohlene Vorgängerin gefertigt hat.

Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung