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Im Reha-Camp groß geworden

Julja jetzt Helferin Im Reha-Camp groß geworden

Sommerferien ohne Tschernobyl-Kinder? Für Julja Rogge aus Neumünster undenkbar. Sie ist es von Baby-Beinen an nicht anders gewohnt. Auch in diesem Jahr gehört die 19-Jährige wieder zum Küchenteam, das die krebskranken Reha-Gäste aus der Ukraine bei deren vierwöchigem Aufenthalt in der Schwalestadt umsorgt.

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Sind in vielen Ferien zusammen mit den Tschernobyl-Kinder groß geworden: Alena (links) und Julja Rogge, die auch in diesem Jahr beim Küchenteam mit anpackt.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Alles begann bei der ersten Kinder-Reha, die die Teestube David der Kreuzkirche vor 25 Jahren in der Fröbelschule ausrichtete. Organisatorin Eberhardine Seelig sprach das junge, noch kinderlose Ehepaar Manuela und Siegfried Rogge aus der Gemeinde an und bat um Mithilfe. „Vor 21 Jahren wurden dann unsere erste Tochter Alena geboren. Die hab ich dann ganz einfach in der Trageschale mitgenommen“, erinnert sich Manuela (52).

 Irgendwie waren das Ferien der etwas anderen Art. Denn die Firma von Zimmermann Siegfried (55) hat im Sommer volle Auftragsbücher, da ist Urlaub nicht drin. Krankenpflegehelferin Manuela war in den ersten Jahren dafür verantwortlich, die Blutproben der Kinder ins Krankenhaus-Labor zu bringen; später spezialisierte sie sich auf die Kleiderkammer. „Es war immer wieder schön, Betreuer vom Vorjahr wiederzusehen oder neue kennenzulernen.“

 Ab 1997 kam dann auch Klein-Julja mit in die Schule und wurde von den ukrainischen Kids „bespaßt“ und betüdelt, während Alena schon bald im Kreativprogramm beim Sticken mitmachen durfte. Statt „Hallo“ sagen beide Schwestern im Sommer „Privjet!“. Und die ukrainischen Lieder kennen sie längst auswendig.

 Schwer fielen beiden die Abschiede, wenn die Kinder nach vier intensiven gemeinsamen Wochen wieder abfuhren. „Wir haben zwar manchmal versucht, Kontakt zu halten. Aber das ist immer wieder eingeschlafen.“ Umso größer die Freude, wenn ein bekanntes Gesicht zu einer zweiten Reha nach Neumünster kam. „Wir wussten dann zwar: Das Kind ist noch nicht wieder ganz gesund, aber immer war ein Stück Weiterentwicklung zu beobachten.“

 Alena arbeitet mittlerweile als Lehrerin an einer Tanzschule, braucht ihre drei Wochen Urlaub für sich. „Aber durch die Familie bekomme ich mit, was läuft bei den Kindern.“ Julja, beruflich in der Hauswirtschaft der Bahrenhof-Einrichtung im Kreis Segeberg tätig, mischt nun schon im dritten Jahr im Küchenteam mit. „Der Sommer gehört ganz einfach den Tschernobyl-Kindern.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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