19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Die Sporthalle wird weiter gebraucht

Flüchtlinge in Neumünster Die Sporthalle wird weiter gebraucht

Die Notunterkunft für Flüchtlinge in einer großen Schulsporthalle in Neumünster wird doch noch gebraucht. Die Erstaufnahmekapazitäten des Landes reichen nicht aus.

Voriger Artikel
Kompostierung baut das Gift ab
Nächster Artikel
Die „doppelte Alexandra“

Schlafsaal in der Turnhalle: Die Flüchtlingsunterkunft in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld in Neumünster.

Quelle: Frank Peter

Neumünster. Die rund 400 Feldbetten in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld sollen für weitere drei Wochen mit Flüchtlingen belegt werden. Ursprünglich sollte es nur eine Woche sein. „Es ist und bleibt aber eine Notunterkunft“, sagt Neumünsters Erster Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth.

 Im Rathaus am Großflecken kamen am Donnerstag Vertreter der Ratsfraktionen und des Stadtteils Brachenfeld-Ruthenberg zusammen. Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten hatte am Vormittag um Verlängerung der Notunterkunft angefragt – wieder einmal. Eigentlich sollte die Sporthalle ab dem 11. Juli nur für bis zu zehn Tage belegt werden. „Die Infrastruktur ist an dieser Stelle bereits aufgebaut, und der Ablauf hat sich in den letzten Wochen eingespielt“, sagt Humpe-Waßmuth. Dieser pragmatischen Einschätzung folgten die Vertreter aus der Lokalpolitik. Probleme hat es im Stadtteil Brachenfeld-Ruthenberg mit der Notunterkunft bislang nicht gegeben. Im Gegenteil, die Neumünsteraner empfingen die Flüchtlinge herzlich, und viele ehrenamtliche Helfer packten mit an.

 Die Zusage der Stadt für eine Verlängerung sei „ein großartiges Entgegenkommen“, sagt Torsten Haase, Sprecher des Landesamtes. Der Zustrom an Flüchtlingen ebbt nicht ab. Nach Angaben der Stadt hat das Land einen Bearbeitungsstau von 700 Flüchtlingen – täglich kommen zwischen 140 und 200 hinzu. Auch neue Kapazitäten wie die ehemalige Stapelholm-Kaserne in Seeth, in der Platz für 600 Menschen sein soll, reichten nicht aus, weil dort die IT-Infrastruktur noch nicht aufgebaut sei, bestätigt Haase. Daran werde „mit Hochdruck“ gearbeitet.

 Das Landesamt wolle den „traumatisierten Menschen“ Transporte quer durchs Land für die bürokratische Erfassung und ärztliche Untersuchungen ersparen, so Haase. Die Erstaufnahme sei somit vorerst weiter nur beim Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Neumünster möglich. Allein drei Ärzte und sechs Helferinnen seien dafür derzeit eingesetzt. Die insgesamt 50 Mitarbeiter des Landesamtes arbeiteten am Limit. In Neumünster seien derzeit 1140 Menschen plus aktuell 330 in der Notunterkunft zu betreuen, in Boostedt rund 400 sowie in Kiebitzhörn in Malente 90. Insgesamt seien derzeit 1952 Flüchtling im Erstaufnahmeverfahren.

 Den detaillierten Plan für den „Rückbau der Notunterkunft“ in Neumünster – am Freitag sollten bereits Absperrungen und Container verschwinden – kann die Stadt wieder in die Schublade legen. Am Wochenende sollten ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr und Katastrophenschutz den Speisesaal abräumen sowie Bettwäsche und sonstiges Material entsorgen. Der Einsatz wurde jetzt abgesagt.

 Die Stadt machte allerdings deutlich, dass ihre Hilfe „endlich“ sei. Die Sporthallen der Schule könnte maximal bis zum 14. August belegt werden, so Humpe-Waßmuth. Es brauche zwei Wochen, um alles abzubauen und die Dreifeld-Sporthalle wieder für den Schulbetrieb und den Vereinssport herzurichten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3