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Schutz für die Innenstadt

Einzelhandelskonzept Schutz für die Innenstadt

Schutz und Stärkung der Innenstadt als Prämisse bei der Neuansiedlung oder Erweiterung von Einzelhandel, Schließung von Lücken der Nahversorgung in den Stadtteilen – das sind die Leitgedanken bei der Fortschreibung von Neumünsters Einzelhandels- und Zentrenkonzept.

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Für das Unternehmen Nortex sieht Gutachter Stefan Kruse die Grenzen mittlerweile erreicht.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. „Die Innenstadt ist Ihre Visitenkarte, sie muss im Fokus der Entwicklung stehen, und es muss immer die Frage gestellt werden: Welche Auswirkungen haben die Neuansiedlungen oder auch Sortimentsveränderungen auf sie“, beharrte Gutachter Stefan Kruse bei der öffentlichen Präsentation des Fortschreibungs-Entwurfs am Mittwochabend.

 Als Sonderstandorte gelten weiterhin das Designer Outlet Center mit noch nicht ausgereiztem B-Plan-Volumen und Nortex, dessen Grenzen mittlerweile erreicht sind. Beiden attestierte Kruse „Ausstrahlungskraft auf die Region“. Dazu kommen als Nahversorgungsstandorte das Freesencenter, der Lohse-Platz in Tungendorf, der Stör-Park, Wittorfs Mühlenstraße, a + b Center und Einfeld.

 Über diese sechs Standorte hinaus empfiehlt der Gutachter nur noch wohnortnahe Versorgung, und zwar mit dem Fahrrad, zu Fuß und per Rollator erreichbar. Und auch nur in einer Größe, die durch die Bevölkerungsanzahl im Umkreis gerechtfertigt ist. Entsprechende „weiße Flecken“ erkannte Kruse in Teilen der Gartenstadt, von Gadeland und Tungendorf, die noch nicht durch bestehende Versorgungsradien abgedeckt sind.

 „Sind Lebensmittel nicht auch Innenstadt geschützte Artikel?“, wollte Citymanager Michael Keller in Anspielung darauf wissen, dass im DOC eventuell Schokolade verkauft werden soll: „Das sind Spezialangebote, Hersteller bezogene Waren“, korrigierte Kruse. „Dafür ist eine Änderung des B-Planes erforderlich, die in einem öffentlichen Verfahren durchgezogen wird“, ergänzte Stadtplanungschefin Ute Spieler.

 Nortex-Geschäftsführerin Ingrid Först beklagte: „In Schleswig-Holstein haben 200 Inhaber geführte Textileinzelhandelsgeschäfte geschlossen, seit es das DOC gibt.“ Kruse sah das DOC aber nicht als einzige als Ursache, sondern „Strukturwandel, Dodenhof, Schwentinental“. Er mahnte an: „Die Kommunen müssen aufpassen, damit sich das Salz in der Suppe nicht anderswo ansiedelt.“ Gemeint war attraktiver individueller Einzelhandel. Spieler sprang in die Bresche: „Dafür braucht man aber auch Hauseigentümer, die mit ihren Mietforderungen mitspielen.“

 Eine Bemerkung über wenige Kunden in den Geschäften der Holsten-Galerie kommentierte Kruse: „ECE hat immer eine Anlaufzeit von zwei Jahren. Da wird geprüft: Passt die Zusammenstellung?“ Dann meldete sich Christian Busch von der Bürgerinitiative Großflecken zu Wort. „Ich habe eine Frage nach der Relevanz all dessen, was Sie uns heute vorgestellt haben. Die Politik hat diese Fortschreibung doch als Pflichtübung durchgewunken. Ist das bloß ein teures Sandkastenspiel, oder glauben Sie daran?“

 Kruses Antwort: „Das ist ein Ordnungsrahmen für die Stadt unter den gegebenen Voraussetzungen. Aber Neumünster hatte auch schon vorher klare Rahmenvorgaben. Zum Beispiel bei der DOC-Ansiedlung. Solche Center sind die best-überwachten Einzelhandelsstandorte Deutschlands.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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