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Schüler „als Mensch“ im Mittelpunkt

25 Jahre GS Faldera Schüler „als Mensch“ im Mittelpunkt

Selten war eine Schule bei ihrem Start politisch so umstritten wie die damalige GeFa: Erst ein Bürgerentscheid legte die Grundlage dafür, dass (nach der üblichen Namensänderung) jetzt 25 Jahre Gemeinschaftsschule Faldera gefeiert werden können.

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Schulleiter Norbert Freund (von links), Liska Plazura und Ingo Schlünzen zeigen das angedachte Signet für den 25. Geburtstag der GS Faldera vor der Plakatwand mit der „20“, mit der vor fünf Jahren gefeiert wurde.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Diese Schule zeichnet aus, dass alle Schüler als Mensch im Mittelpunkt stehen“, fasst Norbert Freund zusammen, der seit zwei Jahren an der Spitze des 67-köpfigen Kollegiums steht. Was seinerzeit mit 100 Fünftklässlern begann, ist auf 800 Schüler (13 Prozent davon aus Neumünsters westlichem Umland) angewachsen. 35 Schüler mit Förderstatus in sieben Inklusionsklassen gehören auch dazu.

 „Im Jubiläumsjahr verzeichnet die GS Faldera 100 Anmeldungen für den fünften und 100 für den elften Jahrgang“, sagt Freund stolz. Damit wird es erstmals einen Oberstufenjahrgang mit vier Klassen geben, die die vier Profile Geschichte, Biologie, Sport und Musik zu bieten haben. „Wir wollen dicht an den Schülern sein. Zusammen mit den sechs Schulbegleiterinnen und Sozialpädagogen bei verhaltensauffälligen Kindern nicht weggucken, sondern einen Weg zu außerschulischen Spezialisten weisen“, erklärt Ingo Schlünzen, Fachleiter Ästhetik.

 Außerdem soll jeder Schüler den bestmöglichen Abschluss erreichen. Keinen Abschluss schaffen allenfalls ein bis drei pro Jahrgang. Von den Förderschülern erreichen viele sogar den ersten allgemeinbildenden Abschluss. „Früher hatten manchmal fünf Prozent unserer Abiturienten eine Real- und 30 Prozent eine Hauptschulempfehlung“, erinnert Schlünzen.

 Den Erfolg führt er nicht zuletzt auf diesen Ansatz zurück: „Die Schüler sollen nicht nur Fachwissen, sondern vor allem Lernen lernen, Zusammenhänge erkennen.“ Deshalb werden bis zur achten Klasse Bio/Chemie/Physik „integriert“ als Naturwissenschaften und bis zur zehnten Klasse Geschichte und Erdkunde zusammen als Weltkunde unterrichtet.

 Der Schwerpunkt Ästetik ermöglicht zum Beispiel mit „Bühne 7“ die Musical-Jahrgangsprojekte, durch die von Gesang und Instrument bis zu Tontechnik, Bühnengestaltung, Logistik alle möglichen Kompetenzen vermittelt werden. „Das stärkt die Persönlichkeit.“ Schlünzen witzelt: „Vielleicht sind ja wegen der Musicals so viele Schüler Musiklehrer geworden.“

 Der Ästhetikbereich soll dann auch die führende Rolle spielen bei dem Schuljubiläum, das über ein ganzes Jahr gefeiert wird. Auftakt ist die Vernissage für die Ausstellung von Rainer Wiedemann zum Kunstflecken im September. Diese Künstler-Nähe ist ein weiteres Spezifikum der Schule. Bewusst hatte man seinerzeit auf Kunst am Bau verzichtet, die Summe dafür „angelegt“, um jeweils ein Jahr lang Werke von Künstlern anmieten zu können, die Schüler des zehnten Jahrgangs aussuchen. An diesen Ausstellungen orientiert sich dann stark der Kunstunterricht

 Die offizielle Geburtstagsfeier ist auf den 15. Dezember terminiert. Und wer wissen will, wann Abendkleid und Anzug angesagt sind: Der Jubiläumsball steigt am Tag danach, am 16. Dezember, in der Stadthalle.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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