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Hoteldiebe packen "Andenken" mit ein

Von Shampoo bis zum TV Hoteldiebe packen "Andenken" mit ein

Ist es der Reiz des Verbotenen? Oder die Suche nach einem besonderen Andenken? Oder etwa Geiz? Definitiv ist es ein Mangel an Unrechtsbewusstsein. Eine ganze Menge Hotelgäste sind Langfinger. Auch in Neumünster gibt es diese Gäste.

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Jördis Blume vom Hotel Prisma zeigt, was bei unehrlichen Gästen beliebte "Mitnahmeartikel" sind.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Dreist, erfinderisch, kriminell. Sie lassen Handtücher und Bademäntel mitgehen, Fernseher oder zumindest die Batterien aus den Fernbedienungen, Tagesdecken, Glühlampen oder Bilder, von Kugelschreibern und Shampoo-Fläschchen gar nicht zu reden. Das Best Western Hotel Prisma an der Max-Johannsen-Brücke in Neumünster hat daraus Konsequenzen gezogen. „Und inzwischen haben wir auch keine größeren Probleme mehr“, sagt Bianka Mehrens, Empfangs- und Reservierungsleiterin. Die Batteriefächer der Fernbedienungen sind verschraubt, Bademäntel gibt es nur gegen Kaution, Mini-Bars sind aus den Zimmern geholt und gegen Getränkeautomaten auf der Etage ausgetauscht worden. Denn tatsächlich gab es Gäste, die sich bei den Getränken bedient haben, beim Auschecken das aber unerwähnt ließen. Oder schlimmer: Die Flaschen wurden mit Wasser aufgefüllt.

Das kennt auch Marlies Möller vom Neuen Parkhotel in der Innenstadt. „Da haben wir schon drollige Sachen erlebt“, sagt sie, wenn zum Beispiel akribisch der Kronkorken wieder auf den Flaschenhals gedrückt wurde. Große Verluste habe das Hotel aber nicht zu verzeichnen. Ein Fernseher oder ein Telefon ist noch nie abhanden gekommen, Batterien eher selten. Und wer sich in die Kerzenständer auf den Tischen verliebt hat, kann sie ganz legal käuflich erwerben. Sollte doch etwas Größeres („Unsere Kugelschreiber sind Give-Aways. Das bezeichnen wir nicht als Diebstahl“) aus einem der 64 Zimmer fehlen und das Hotel ist sich hundertprozentig sicher, wer es gewesen ist, dann wird der Gast angeschrieben.

„Es wird tatsächlich immer mal etwas mitgenommen“, sagt auch Christina Storch, im Hotel Altes Stahlwerk verantwortlich für den Bereich Sales, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Coffee-Maker, Laptop-Kissen und auch eine Tagesdecke sind schon verschwunden, ebenso ein hochwertiger Fön, der wohl zu Hause im Badezimmer gefehlt hat. Auch sie schreibt Gäste an, wenn etwas vermisst wird. Meistens hört sie dann Ausreden. Rückwirkend bezahlt wurde aber auch schon.

Hotelier Thomas Hildebrandt (Das grüne Stadthotel) schmunzelt jetzt noch über einen Diebstahl. „Eigentlich haben wir nur nette und gute Gäste“, sagt er. Kürzlich beschwerte sich ein Besucher, dass er sein Zimmer nicht richtig verdunkeln könne. „Das haben wir gar nicht verstanden, schließlich haben wir Verdunklungsvorhänge“, erklärt Hildebrandt. Doch dann stellte das Hotel fest: Ein vorheriger Gast hatte den zweiten Vorhang abgehängt und gestohlen. „Den konnte er wohl zu Hause gebrauchen…“

Laut Umfragen, so liest man im Internet, haben acht Prozent aller Deutschen zugegeben, schon mal etwas in einem Hotel gestohlen zu haben. Die überwiegende Mehrheit zählt also zur Kategorie „ehrlicher Gast“.

Hier sehen Sie weitere Fotos zum Thema Diebstähle in Hotels:

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