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Anlieger haben Sorgen wie Verständnis

Zentrum für Flüchtlinge Anlieger haben Sorgen wie Verständnis

Sorgen um Wohnwertminderung, Fragen zu hohen Umbaukosten, aber auch ganz viel Verständnis prägten die Situation am Donnerstagabend bei der Anwohner-Information über das Zentrum für Flüchtlinge, das die Stadt im Gebäude 1 der ehemaligen Hindenburg-Kaserne plant.

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Thorben Pries, verantwortlich für das Gesamtprojekt Flüchtlinge, stand am Infoabend Rede und Antwort.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Vor knapp 300 Besuchern erläuterte Thorben Pries, verantwortlich für das Gesamtprojekt Flüchtlinge bei der Stadt, das Vorhaben in groben Zügen: Es soll eine Übergangseinrichtung für je 80 Flüchtlinge werden, die Neumünster ab dem 1. Januar 2017 aufnehmen muss (nach Zahlen des vergangenen Jahres wird mit 1400 für 2017 gerechnet), bevor sie dezentral auf Wohnungen im Stadtgebiet verteilt werden. Ebenfalls vor Ort geplant: eine soziale Betreuung, Sicherheitsdienst, Stelle für Mittelvergabe nach Asylbewerberleistungsgesetz.

 Auf Unverständnis stieß der 2,3 Millionen Euro teure Ausbau. „Wo doch keiner weiß, ob überhaupt noch Flüchtlinge kommen. Und in der Erstaufnahme Scholtz-Kaserne sind von 1300 Plätzen nur 490 belegt!“ Bei der Einrichtung im Haart, so Pries, handelt es sich um eine Landeseinrichtung. Neumünster habe seinem gesetzlichen Auftrag der Unterbringung nachzukommen. „Da können wir nicht erst am 28. Dezember mit den Vorbereitungen beginnen. Und die 2,3 Millionen Euro erstattet der Bund.“ – „Dann sind das trotzdem meine Steuermittel“, kam Protest. „Dafür zahle ich meine Steuern gern“, meinte ein anderer. Dritte Variante: „Das Geld bleibt doch schließlich in Neumünster.“

 Eine Frau gab zu bedenken: „Ich bin unmittelbare Nachbarin. Die gucken uns dann in die Gärten!“ Aus dem Publikum kam prompt die Frage: „Und wie war das, als da früher die Soldaten gewohnt haben?“ Parkplatzprobleme für die nicht eben breite Färberstraße wurden befürchtet. Pries: „Asylbewerber haben meistens kein Auto. Wir machen uns eher Gedanken über eine Busanbindung.“ Die Anregung, über eine Zuwegung auf das Kasernen-Gelände von der Carlstraße aus über die Bauphase hinaus nachzudenken, nahm er gern auf.

 Manja Yalcin, zuständig für Flüchtlingsintegration, wies darauf hin: „Die soziale Betreuung bedeutet, dass die Menschen auf das Leben in Neumünster vorbereitet werden. Mit Mülltrennung, Begleitung in die neue Wohnung, Vorstellen von Nachbarn und Hausordnung.“ Da erschwerte bereits Mikrofon-Ausfall die Verständigung. Hartwig Puhlmann, Leiter des 2. Polizeireviers, wagte die Prognose: „Gerade weil Betreuung stattfindet, wird nichts passieren. Wir werden den Stadtteil natürlich im Fokus haben. Bisher hat es keine Brandanschläge gegeben, weder in Neumünster noch in Boostedt.“

 Das städtische Konzept für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen soll ab der kommenden Woche auf der Homepage www.neumuenster.de einsehbar sein. Außerdem wird in der kommenden Woche ein Bürgerbrief in einer Auflage von 40000 Exemplaren in Druck gehen, der über die Aufgabe der Stadt ab dem 1. Januar 2017 informiert.

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