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Seit 50 Jahren wird Gildebier verkostet

2016 schießt Jacoby Seit 50 Jahren wird Gildebier verkostet

Das halbe Jahrhundert ist voll: Zum Gildebieranstich, der seit 50 Jahren traditionell die aktiven Wochen der Neumünsteraner Gilden einläutet, trafen sich am Montagabend rund 180 Mitglieder der beiden Traditionseinrichtungen, um den Gerstensaft zu verkosten und sich „einander zu versichern“.

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Zweimal Andreas am Fass: Assistiert von Andreas Sack (links) von der Holsten-Brauerei Hamburg stach Majestät Andreas II. Clausen das Gildebier an.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Das hat nichts mit irgendwelchen Policen zu tun, sondern mit Vertrauen schaffen und Kontaktpflege“, erklärte Fritz Jensen, Noch-Kapitän der Jacoby Bürgergilde Neumünster seit 1578, die in den geraden Kalenderjahren mit dem Vogelschießen dran ist und somit Gastgeber des Bieranstichs für die „Schwester“ war, nämlich die Bürgergilde zu Neumünster seit 1578.

 Jensen erinnerte daran, wie die verstorbenen Gildebrüder Heiner Oldehus und Gerhard Schümann vor 50 Jahren den Direktor der damals noch in Neumünster ansässigen Holsten-Brauerei um Verkostung des eigens angesetzten Gildegerstensaftes gebeten hatten. Das wird mittlerweile im Hamburger Brauhaus morgens in ein 30-Liter-Fass abgefüllt und nach Neumünster transportiert. „Das ist das beste Bier, das wir im ganzen Jahr trinken“, versicherte in seinem Grußwort Ulf Christian Mahlo, der Kapitän der „Witten Büxen“.

 Für den 78-jährigen Jensen neigt sich die Amtszeit nach einem Dutzend Jahren an der Spitze der „Grönen Mützen“ dem Ende zu. Als potenzieller Nachfolger ist der 56-jährige Philipp Oldehus ausgeguckt, der sportlich mit dem Fahrrad zum Anstich im Holstenhallen-Restaurant angeradelt kam. Dort soll Oldehus, seit 28 Jahren Gildebruder, bei der Generalversammlung, traditionell am Himmelfahrtstag mit Neuaufnahme der Anwärter, gewählt werden.

 Zum Vogelschießen, wie immer seit mehr als 400 Jahren am Mittwoch nach Pfingsten, werden Neuerungen den Tagesablauf bestimmen. Erstmals treten die Gildebrüder mit den grünen Mützen am 18. Mai um 6.30 Uhr am Caspar-von-Saldern-Haus im Haart an. Um 8 Uhr ist Betstunde mit Propst Stefan Block in der Vicelinkirche angesagt. Von der Gildeeiche am Kleinflecken führt der Marsch durch die Innenstadt, dann geht es per Bus zum Schießen in den Tierpark.

 Erstmals werden beim Vorbeimarsch auf dem Rathaus drei Fahnen wehen: neben der Stadtflagge auch die der beiden Gilden. Mit dem Königsschuss wird gegen 18.30 Uhr gerechnet. Anders als bisher wird auch die Übergabe der Kapitänswürde gehandhabt. Früher führte ganz einfach der neue Kapitän die Gilde nach dem Schießen in die Stadt zurück. Diesmal wird abends bei einem feierlichen Akt an der Gildeeiche auf dem Kleinflecken Jensen an seinen Nachfolger übergeben.

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