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Kein Protest gegen Kompetenzzentrum

20 Bürger kamen zur Anhörung Kein Protest gegen Kompetenzzentrum

Die wichtigste Botschaft vorab: Proteste hagelte es keine am Mittwochabend bei der Bürgeranhörung zum Kompetenzzentrum für Flüchtlinge mit einer Kapazität von 80 Plätzen, das die Stadt im Gebäude 2 der ehemaligen Hindenburg-Kaserne an der Färberstraße plant.

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Diesen Trakt der ehemaligen Hindenburg-Kaserne an der Färberstraße nahe Einmündung Schubertstraße schlägt die Verwaltung als Standort für das Kompetenzzentrum für Flüchtlinge vor.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Schon vorab hatte es bei Rolf Schaks, dem Stadtteilvorsteher von Böcklersiedlung-Bugenhagen „lediglich drei telefonische Anfragen gegeben, obwohl es sich ja eher um eine hochwertige Wohngegend handelt“. Der Beirat von Ruthenberg, wo in der ehemaligen Scholtz-Kaserne die Erstaufnahme untergebracht ist, hatte sich deutlich gegen ein solches Zentrum in der Dithmarscher Straße positioniert; die Kollegen von „Bö-Bu“ konnten zur Bürgerinfo lediglich 20 Gäste begrüßen.

 Vor denen stellte Thorben Pries von der Stadtverwaltung die Fakten dar: Neumünster muss ab 1. Januar 2017 auch dauerhaft Flüchtlinge aufnehmen. Deren Zahl lässt sich angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen kaum abschätzten, nach bisherigen Erfahrungswerten wird von 1400 für das kommende Jahr ausgegangen. „Dafür benötigen wir rund 430 Wohnungen, in denen Einzelreisende auch zu Wohngemeinschaften zusammengefasst werden“, sagte Pries.

 Für eine Übergangszeit von bis zu vier Wochen sollen zugewiesene Flüchtlinge in besagtem Kompetenzzentrum untergebracht werden. Die soziale Betreuung soll an externe Dienstleister ausgeschrieben werden. Vorgesehen sind nach bisherigen Planungen auch Erstanlauf-Büros für Asylbewerberleistungen, Jobcenter und Arbeitsagentur.

 Die Befürchtung, dass „sanitäre Anlagen nicht richtig angenommen werden“, konterte Pries mit dem deutlichen Hinweis: „Es wird eine Einweisung in hygienische Standards geben.“ Alleinreisende Frauen und Kinder würden in dem Kasernen-Gebäude von Männern getrennt untergebracht werden, versicherten Pries und Stadtplanungschefin Ute Spieler auf Anfrage. „Notfalls müssen in einen Flur Sicherheitstüren eingebaut werden.“

 Das Tor zum Kasernengelände an der Carlstraße werde nicht geöffnet; an einen Zugang ist nur von der Färberstraße aus gedacht. Die Anregung, den Baustellenverkehr für den nötigen Ausbau des Gebäudes (2,3 Millionen Euro, die der Bund erstattet) über die breitere Carlstraße laufen zu lassen, konnte Pries durchaus teilen. Detailfragen wie eventuell neue Bushaltestellen müssten später geklärt werden.

 „Sie schaffen einen neuen sozialen Brennpunkt. Woher wollen sie die 430 Wohnungen für Flüchtlinge nehmen“, wollte ein Bürger wissen. Deutlich wies Pries auf die geplante dezentrale Unterbringung im ganzen Stadtgebiet hin. „100 Wohnungen sind im Bestand schon da; außerdem sind wir im Gespräch mit Wohnungsbaugesellschaften und haben auch Anfragen von Privatleuten.“ Vorrangiges Ziel sei, „einen gewissen Leerstand“ wieder in vermietbaren Wohnraum umzuwandeln.

 Zum Gebäude 2 der Hindenburg-Kaserne selbst versicherte Pries: Was eine mögliche Nachnutzung angeht, sei man sich bei der Stadt durchaus klar darüber, dass es sich um „ein Kleinod in bester Lage“ handelt. Für den 14. April ist eine weitere Info-Runde mit den Anwohnern vorgesehen.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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