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Keine Fusionen mit der Brechstange

Freiwillige Feuerwehren Keine Fusionen mit der Brechstange

Langfristig Fusion der sieben freiwilligen Feuerwehren an sinnvollen Standorten, wobei Einfeld absoluten Bestandschutz besitzt, eine Mindeststärke von 50 Aktiven und eine eigene Jugendabteilung für jede Wehr: Das sieht das Arbeitspapier „Zukunft FF 2025“ vor.

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Das Gerätehaus der Feuerwehr Einfeld an der Dorfstraße ist auch für die Zukunft als Standort gesichert.

Quelle: Sven Detlefsen

Neumünster. Auf dessen Grundlage soll laut Beschluss des Brandschutzausschusses vom Dienstagabend die Projektgruppe weiterarbeiten. „Das Durchschnittsalter der Freiwilligen liegt heute bei 36 bis 46 Jahren. Der Löschzug Gefahrengut erreicht nicht mehr Vollstärke“, erläuterte Sven Kasulke, Fachdienstleister und Feuerwehrchef, mit Hinweis auf mögliche Verschärfung der Situation. Aber: „Noch sind wir nicht im roten Bereich.“

 Um frühzeitig der Konkurrenz durch Sportvereine zu begegnen, soll der Stadtfeuerwehrverband auch eine Kinderfeuerwehr gründen wie Padenstedt. Alle neuen Ortswehren sollen taktisch gleich aufgestellt sein, jede eine Gruppe mit zwei Fahrzeugen für den Katastrophenschutz stellen. Atemschutzgeräteträger sollen zu Trägern von Chemikalienschutzanzügen ausgebildet werden, um als „Logistiker im Anzug“ zur Verfügung zu stehen.

 Zwangsfusionen lehnte Kasulke ab: „Wehrfusionen, wobei Hochzeitsprämien denkbar sind, in den nächsten fünf Jahren; Standortfusionen in fünf bis zehn Jahren.“ Einfeld stehe wegen der zentralen Versorgung für den Norden der Stadt als Standort außer Frage, hier wird auch ein Ausbau, der gleich die neue Jugendwehr berücksichtigen soll, geplant. Stadtmitte („Ideal gelegen!“) und Brachenfeld fusionieren in diesem Jahr aus eigenem Willen.

 Bei der möglichen Fusion von Tungendorf-Dorf (ausbaubar) und -Stadt (liegt besser) sei noch gar nichts entschieden. Ein „dickes Brett“ bleibe weiterhin Neumünsters Süden mit gewachsenem Aufgabengebiet durch das Designer Outlet Center und Industrieansiedlung. In das Gebäude der Wehr Wittorf werde wegen dessen Zustand „kein Euro mehr“ investiert; Gadeland habe den Vorteil der Ausbaubarkeit.

 Als ein ebenfalls dick zu bohrendes Brett bezeichnete Kasulke die angedachte Schaffung einer Vollzeitstelle im Fachdienst für die Verwaltung der freiwilligen Wehren und deren verbandsübergreifende Aufgaben; an dieser Schnittstelle könne auch die Aufgabe des Stadtbrandmeisters Klaus-Peter Jürgens übernommen werden können, der definitiv ausscheiden wird. Jürgens: „Es ist verbindlich endgültig, dass kein Wehrführer Nachfolger werden will.“

 „Zukunft FF 2025“ aus Neumünster hat übrigens 100-prozentige Zustimmung aller Feuerwehrchefs der kreisfreien Städte bekommen. Jürgens: „Das wird wohl das Leitpapier für Schleswig-Holstein werden.“ Zur Entlastung der Wehren „von Papierkram“ ist für ihn durchaus denkbar, „dass sich drei bis vier Ehefrauen um die Verwaltung kümmern“.

 Einstimmig wie die Weiterarbeit auf Basis des Papiers wurde auch die Anpassung der Raumplanung für Einfeld als Grundlage für eine Erweiterung beschlossen; jetzt müssen die Kosten ermittelt werden. Und die erst Ende 2014 eingeweihte neue Feuerwache ist auch schon zu klein: Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die Erweiterung um eine Garage für Rettungswagen aus. Kostenpunkt: 180000 Euro; zu veranschlagen im Haushaltsjahr 2017.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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