16 ° / 11 ° stark bewölkt

Navigation:
1. Mai „im Doppelpack“ gefeiert

Kirche und Gewerkschaften 1. Mai „im Doppelpack“ gefeiert

Gewerkschaft und Kirchenkreis Altholstein erlebten den Feiertag im Doppelpack: Sonntag und 1. Mai standen ganz im Zeichen des Mottos „Zeit für mehr Solidarität“. 500 Menschen starteten um 10 Uhr zum Maiumzug; 40 Frühaufsteher trafen sich bereits um 9 Uhr in der Anscharkirche.

Voriger Artikel
Viel Andrang beim Ufa-Casting in Neumünster
Nächster Artikel
22-Jährige schwer verletzt

Zeit für Mehr Solidarität: Beim Mai-Umzug waren in Neumünster rund 500 Menschen auf den Beinen, rund ums Gewerkschaftshaus feierten anschließend 700 Neumünsteraner.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Mit Kirche hab ich sonst nichts zu tun, aber das ist eine gute Aktion. Man muss das mal ausprobieren“, fand Kai Petersen. In roter IG-Metaller-Jacke hatte der Betriebsrat von Danfoss Power Solutions als erster in der Kirchenbank Platz genommen. Seit vier Jahren existiert der Gesprächskreis Kirche/Gewerkschaften, der die Idee ausgebrütet hatte. „Aber ganz neu ist das nicht. Früher hat Pastor Werner Scholz in Vicelin an jedem 1. Mai gepredigt“, erinnerte Pastorin Simone Bremer.

 Über die Geschichte des ersten Tages der Arbeit anno 1890 sprach Sabine Heidebrecht-Rüge, Personalratsvorsitzende der Stadt Neumünster: „Allein in Hamburg waren in Folge 20000 Gewerkschafter von Aussperrungen betroffen.“ –„Gewerkschafter und Christ zu sein, ist kein Widerspruch“, stellte Propst Stefan Block fest. „Beide sind Menschen mit einer Vision über den Horizont des Alltags hinaus. Das verbindet uns.“

 Die Vision von Solidarität sei der Motor der Arbeiterbewegung beim ihrem Kampf für Menschenrechte und bessere Arbeitsbedingungen gewesen. Diese Solidarität sei auch deutlich in der Geschwisterlichkeit im Leben der ersten christlichen Gemeinde zu erkennen. „Beide können die Welt verändern.“ Er forderte auf: „Lasst uns diese Vision nicht nur teilen, sondern praktisch miteinander leben.“ Der etwas anders akzentuierte Gottesdienst mit passenden modernen Liedern wie Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn fand die volle Akzeptanz von Kirchgänger Armin Pfau (74): „Das kann sich ruhig wiederholen.“

Foto: Sie gestalteten gemeinsam den Gottesdienst zum 1. Mai am Altar von Anschar: Alexander Dunzik (von links), Hans-Jochen Tombarge, Inge Kirchmaier, Gunnar Reichwaldt, Propst Stefan Block, Sabine Heidebrecht-Rüge und Pastorin Simone Bremer.

Sie gestalteten gemeinsam den Gottesdienst zum 1. Mai am Altar von Anschar: Alexander Dunzik (von links), Hans-Jochen Tombarge, Inge Kirchmaier, Gunnar Reichwaldt, Propst Stefan Block, Sabine Heidebrecht-Rüge und Pastorin Simone Bremer.

Quelle: Sabine Nitschke

 Etwas andere Inhalte prägten die Maikundgebung, bei der auch Propst Block begrüßt wurde, vor 700 Menschen am Gewerkschaftshaus. „Wir lassen uns unser Land nicht von einer Minderheit aus der rechten Ecke spalten“, rief Andreas Hering, Verdi-Bezirksvorsitzender Südholstein, zu Solidarität mit den Flüchtlingen auf. Deren Integration müsse auch in der Arbeitswelt erfolgen.

 Mairedner Ralf Becker warf den Arbeitgebern die „Modeerscheinung, sich aus der Tarifordnung zu stehlen“, vor. „Wer Tarifflucht begeht, will keine soziale Partnerschaft“, kritisierte lautstark der Landesbezirksleiter Nord der IG Bergbau, Chemie Energie. Energisch forderte er einen Kurswechsel in der Rentenpolitik ein. „Ein vernünftiges Auskommen im Ruhestand muss das Ziel sein.“

 Und dann war wie üblich bunte Feier rund ums Gewerkschaftshaus angesagt: mit Musik, Info-Ständen und Flohmarkt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3