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Lampenfieber vor der großen Gala

Reha-Kur war Erfolg Lampenfieber vor der großen Gala

Der Abschiedsabend geriet zur veritablen kleinen Gala: Mit einer rasanten Mischung aus Hans Christian Andersens Märchen von den wilden Schwänen, Popsongs und Showtanz bedankten sich die ukrainischen Reha-Kinder dieses Sommers am Sonntagabend bei ihrem Gastgeber-Team aus Neumünster.

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Die ukrainischen Kinder konzentriert auf der Bühne: Prinzessin Anna (Mitte) bekommt Unterstützung von den guten Geistern Sachar (von links), Wasilina, Slata und Sofia.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Ob die wieder wie üblich anfangen?“, rätselte eine Helferin aus dem Küchenteam. Na klar: Alles begann mit inbrünstig gesungener Nationalhymne, dazu Hand aufs Herz. Glänzend moderiert von Dolmetscherin Ludmila ging dann die Post ab, diesmal nicht in der Turnhalle, sondern auf der Bühne in der Mensa der Gemeinschaftsschule Faldera. Die siebenjährige Anna im türkisfarbenen Kleid mit Krönchen auf den blonden Locken gab eine hinreißende Prinzessin ab. Marta, Anna und Viktoria wirbelten als Dancing Girls über das Podium, auf das die Betreuer zu Mitmach-Spielen gebeten wurden. Kurzum: Die ukrainischen Betreuer Tolja (auch als Solosänger im Einsatz) und Alona, beide am Mischpult agierend, konnten mit ihrer Regie vollauf zufrieden sein.

 Das darf auch Organisatorin Eberhardine Seelig mit der 25. Reha-Kur für krebskranke Kinder aus vier Krankenhäusern in der Ukraine. Einziges Handicap: „Bei dieser Riesenschule fiel der stramme Überblick schwerer. Aber weil die Fröbelschule diesmal nicht zu Verfügung stand, wäre die Alternative gewesen, alles abzusagen.“ Barbara Kliem und Annegret Selck vom eingespielten Küchenteam bedauerten: „Wir waren so weit weg vom Geschehen, dass wir kaum Kontakt zu den Kindern hatten. Aber die Küche würden wir gern in die Fröbelschule fürs nächste Jahr mitnehmen.“

 Bis auf die Knöchelprellung von Bogdana (12) beim Trampolinspringen in Tolk und ein Kind mit erhöhter Temperatur gab es keine „bösen Überraschungen“. Mit Viktoria war statt der üblichen Klientel aus dem hämatologischen Bereich erstmals ein Kind mit Knochenkrebs dabei. Die Wachstumsfuge ist betroffen, das linke Bein schon mehr als fünf Zentimeter kürzer. Die neuen Trekkingschuhe stattete die Firma OTN mit einer Sohlen-Erhöhung aus. Seelig: „Damit ist Viktoria bei der Gala gehüpft und gesprungen, wie die ganze Zeit vorher nicht.“

 Was Barbara Kliem besonders auffiel in diesem Jahr: „Die Kinder haben reingehauen wie die Scheunendrescher.“ In der Tat wurde fast jedes Essen ratzekahl verputzt bis auf den letzten Krümel. Für Seelig durchaus erklärbar: „Durch die hohe Inflationsrate ist die Nahrungsmittelversorgung vieler Familien nicht mehr gesichert. Die Preise haben sich mittlerweile verdreifacht, auch für Strom, Gas, Heizung. Da ist jeder froh, der einen Garten hat.“ Nur am Sonntagabend hielt sich der Appetit der 25 Kids sichtbar in Grenzen. Das lag aber nicht an der Suppe, sondern war klarer Fall von Lampenfieber vor der Gala.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
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