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Mehr Stellen für die Rettungsleitstelle

Neumünster Mehr Stellen für die Rettungsleitstelle

Der Brandschutzausschuss Neumünster unterstützt die Forderung der integrierten Leitstelle der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in der Stadt nach mehr Personal. Die Zahl der Notrufe sind drastisch gestiegen. Der Ausschuss empfiehlt nun, 3,5 neue Planstellen zu schaffen. Das Thema geht in die kommende Ratsversammlung.

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Dieter Anderleit, Schichtleiter der integrierten Leitstelle der Berufsfeuerwehr, hofft auf personelle Verstärkung.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Die Zahl der eingehenden Notrufe bei der integrierten Leitstelle der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Neumünster ist drastisch angestiegen. Der städtische Brandschutzsausschuss empfiehlt jetzt die Schaffung von 3,5 neuen Planstellen für die Leitstelle, die Einstellung eines weiteren Rettungssanitäters sowie eines Mitarbeiters, der die geplante Einführung des Digitalfunks koordiniert.

 Mit einem drastischen Zahlenwerk überzeugte der Chef der Berufsfeuerwehr Neumünster, Sven Kasulke, die Mitglieder des Brandschutzausschusses davon, dass die Schaffung der Planstellen notwendig ist. Die jährliche Zahl der Einsätze des Rettungsdienstes sei seit 2009 von rund 15800 auf knapp 22000 im vergangenen Jahr gestiegen. „Die Steigerung 2015 war mit 2000 Einsätzen im Vergleich zu den Vorjahren davor doppelt so hoch“, beschrieb Kasulke die Entwicklung. Gründe seien zum einen das stetig wachsende Durchschnittsalter der Bevölkerung. Aber auch fehlendes Fachpersonal in den Seniorenheimen, sorge insbesondere nachts für zusätzliche Alarmierungen.

 Mächtig Sorgen bereitet dem Feuerwehrchef auch die „Vollkasko-Mentalität“ der Bevölkerung. „Hat jemand Bauchschmerzen, wird nicht der Hausarzt aufgesucht, sondern der Rettungsdienst alarmiert“, nannte er ein Beispiel. Auf die Frage von Ausschussmitglied Arno Jahner, ob derartige Einsätze abgelehnt werden können, entgegnete Kasulke, dass Rettungssanitäter dazu nicht befugt seien. Das dürfe nur ein Arzt entscheiden.

 Sven Kasulke wagte auch einen Blick in die Zukunft. Mit den beantragten 3,5 Planstellen für die Leitstelle sei der Personalbedarf für drei bis fünf Jahre voraussichtlich gedeckt. Gleiches gelte für die Löschzüge der Berufsfeuerwehr. „Das Personal und der Fahrzeugpark für den Rettungsdienst werden dagegen wachsen müssen“, prognostizierte der Fachdienstleiter.

 Die jährlichen Personalkosten für die zusätzlichen 3,5 Planstellen der Leitstelle und des Mitarbeiters für den Digitalfunk in Höhe von rund 270000 Euro werden zu 50 Prozent von den Krankenkassen übernommen. Die Personalkosten für einen weiteren Rettungssanitäter werden zu 100 Prozent mit den Krankenkassen abgerechnet. Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, die Planstellen einzurichten. Die Entscheidung liegt jetzt bei der Ratsversammlung.

Die nächste Ratsversammlung ist am Dienstag, 16. Februar, 17 Uhr, Neues Rathaus, Großflecken

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