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Probebohrungen rund um die TEV

Ergebnisse im November Probebohrungen rund um die TEV

Elf Jahre nach Inbetriebnahme der Thermischen Ersatzbrennstoffverwertungsanlage investiert der Verein Umweltfreundliches Neumünster 6000 Euro in erneute Probebohrungen an sechs Stellen, um mögliche Schadstoffausstoß-Auswirkungen auf die Bodenverhältnisse im Stadtgebiet zu untersuchen.

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Geologe Ingo Rataczak mit einer sogenannten Rückstellprobe, die für den Fall der Fälle bei ihm verbleibt.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Am Montagvormittag um 10.30 Uhr wurde der Ingo Ratajczak, Geologe für Schadstoffuntersuchungen in Boden und Grundwasser aus Holtsee, auf einem Privatgrundstück im Brüningsweg aktiv, also in unmittelbarer Nähe des Standorts der Anlage (kurz: TEV) an der Bismarckstraße. Auf einem Quadrat von drei mal drei Metern nahm er neun Einzelproben aus null bis zehn Zentimetern Tiefe. „Die werden nachher zu einer Mischprobe vereinigt und gehen an das Labor Eurofins in Freiberg in Sachsen. Wir nehmen ganz bewusst keinen Laborwechsel vor, damit alles möglichst vergleichbar bleibt“, erklärte Ratajczak.

 Beprobt werden Referenzstandorte sowohl in der Hauptwindrichtung wie hier am Brüningsweg, als auch an Nebenwindflächen. Die weiteren Standorte sind wieder Wilhelm-Dorn-Straße, Kieler Straße 87, Roonstraße 70, Heidackerskamp und Süderdorfkamp 76-78 in Tungendorf, mit 2,3 Kilometern am weitesten von der TEV entfernt. Untersucht wird auf Schwermetalle und Arsen, Policyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Dioxine und Furane. In seiner Zusammenfassung kam Ratayczak damals zu dem Ergebnis: „Der Boden wies eine deutliche anthropogene Vorbelastung mit Schwermetallen, PAK und Dioxinen auf. Die Hintergrundwerte für Böden in Schleswig-Holstein mit vergleichbarer Nutzung sind für den Großteil der analysierten Parameter deutlich niedriger als die erkundeten Gehalte an den beprobten Standorten.“

 Der Verein Umweltfreundliches Neumünster hatte sich vor elf Jahren in Folge erheblicher Bürgerproteste gegen den Bau der TEV gegründet. „Damals in der Hochphase von öffentlicher Diskussion und Protest hatten wir 75 Mitglieder, heute sind es noch 22“, erklärte der Vorsitzende Gerhart Walter. Das sei nur logisch, das Interesse sei eben nicht mehr ganz so groß. Zumal die TEV fast von Anfang an alle mit der Bürgerinitiative vereinbarten strengen Grenzwerte, die deutlich unter der Bundesimmissionsschutzverordnung lagen, unterschreiten konnte, bald auch für die „Sorgenkinder“ Dioxine und Furane.

 Mitte November sollen die aktuellen Bodenwerte vorliegen und vorgestellt werden. „Dem sehen wir gelassen entgegen“, erklärte Nikolaus Schmidt, Sprecher der Stadtwerke Neumünster, die die TEV betreiben. „Wir veröffentlichen die Imissionswerte jedes Jahr und konnten uns immer verbessern.“

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Sabine Nitschke
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