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Neue Leiterin hat fristlos gekündigt

Tierauffangstelle Neue Leiterin hat fristlos gekündigt

Dr. Stephanie Jette Uhde, seit dem 1. September neue Leiterin der Tierauffangstelle Neumünster, hat bereits zum 10. September wieder fristlos gekündigt. „Ich stehe für den Tierschutz in Neumünster weiterhin zur Verfügung, aber so wie der Verein sich als Arbeitgeber verhält, sehe ich keine Grundlage dafür“, erklärte sie am Montag.

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Erneut in den Schlagzeilen: die Tierauffangstelle am Stadtwald, die zum 14. September geschlossen werden soll.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Die Vorgeschichte war wenig ruhmreich: Wegen baulicher, hygienischer und personeller Defizite hatte Neumünsters Veterinäraufsicht die Schließung der Einrichtung am Stadtwald verfügt. Ab dem 3. August durften keine Fundtiere mehr aufgenommen werden, bis zum 14. September sollte die Auffangstelle abgewickelt werden. Das und die Ausarbeitung eines neuen Konzeptes für die Wiederinbetriebnahme wurde als Aufgabe für die 42-jährige Uhde, Tierärztin aus Kiel, vereinbart auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins am 29. August.

 „Obwohl ein Neuanfang veranredet war, ist es so weitergegangen wie seit Jahren“, schilderte Uhde. „Am ersten Tag habe ich die Mitarbeiter zu Kaffee und Kuchen eingeladen, damit wir einen guten Start hatten, und am Nachmittag hatte ich vom 2. Vorsitzenden Frank Grantz die erste böse Mail.“ Auch die Absprache, dass die langjährige Vorsitzende Gisela Bünz, die noch bis zur nächsten Jahresversammlung im März 2017 im Amt bleiben wolle, nach Terminabsprache die Einrichtung besuchen könne, sei unterlaufen worden.

 „Frau Bünz hat drei Katzen entfernt und in meiner Abwesenheit Mitarbeiter mit Kündigung bedroht, falls sie sie nicht auf das Gelände ließen. Sie hat Futter wieder in ein Gebäude geräumt, dass ist wegen Mäusebefalls evakuiert hatte“, berichtete Uhde. Für Entrümpelung sei ihr der Vorwurf gemacht worden, sie werfe Vereinseigentum weg. Und für den Auftrag, Freigängerkatzen (die auf dem Gelände gefüttert wurden, sich aber sonst im Stadtwald aufhielten) nicht mehr zu füttern und einzufangen, um sie an ein Tierheim weiterzugeben, folgte die Anschuldigung, sie hätte Euthanasie angeordnet.

 „Nach Kollateralgesprächen mit dem Vorstand wollten Mitarbeiter meinen Anweisungen nicht mehr folgen“, sagte Uhde. „Hier herrscht falsch verstandene Tierliebe, ist kein Unrechtsbewusstsein vorhanden.“ Sie zog die Konsequenzen: Die Mitarbeiter wurden in den Urlaub geschickt, nach einem letzten Kontrollgang am 10. September über die zu dem Zeitpunkt tierfreie Anlage lieferte Uhde Schlüssel und Kassenbuch bei der Kassenwartin Ute Bünz (nicht verwandt oder verschwägert mit Gisela Bünz) ab. Die soll angesichts der Vorfälle prompt ihr Ehrenamt niedergelegt haben.

 Gisela Bünz wollte am Montag zu den jüngsten Ereignissen keine Stellung beziehen. Für Stadtsprecher Stephan Beitz steht fest: „Wir bedauern die Kündigung. Unsere Veterinäraufsicht hat gut und vertrauensvoll mit Frau Uhde zusammengearbeitet.“ Bei der Stadt hält man konsequent am Fristraum fest: „Dass die Tierauffangstelle am 14. September ohne Tiere komplett geschlossen wird.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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