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Campus-Projekt ist geplatzt

Grundstück zu teuer Campus-Projekt ist geplatzt

Aus der Traum vom Projekt Campuspark-Academie: „Wir stellen die Pläne für Neumünster ein“, erklärte am Freitag Investor Thomas Hüstreich kurz und schmerzlos. Der Grund: Ein zweites Gutachten hatte den Preis für das Areal von 150000 Euro auf 1,4 Millionen Euro fast verzehnfacht.

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Auch wenn der Standort Neumünster geplatzt ist, bleiben sie als Team dran an dem Campus-Projekt: Uwe Döring (links) als externer Berater und Investor Thomas Hüstreich.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster.. Eine überregional ausgerichtete Akademie mit medizinischen Ausbildungsberufen auf internationalem Niveau und Durchstieg zur Universität, zu deren Refinanzierung ein Therapie- und Gesundheitszentrum in Kombination mit studentischem und andererseits barrierefreiem Wohnen – das hatte als 30 Millionen Euro teures Leuchtturm-Projekt für Neumünster die Stadtparkviertel-Entwicklungsgesellschaft von Investor Thomas Hüstreich auf dem 26150 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Standortverwaltung an der Memellandstraße realisieren wollen.

 Nachdem das Land auf sein Vorkaufsrecht verzichtet hatte, konnte die Stadt das Gelände für 100000 Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erwerben, um es für 150000 Euro an den Investor zu veräußern. „Einzelne Politiker“, so der externe Berater und ehemalige Landesminister Uwe Döring, bekamen plötzlich Bedenken: Obwohl bereits eine Grundsatzvereinbarung existierte und der Investor auch zu einem städtebaulichen Vertrag bereit war, gab Oberbürgermeister Olaf Tauras freiwillig und ohne Auftrag des Hauptausschusses ein zweites Gutachten in Auftrag; eines von der Bima hatte es schon gegeben.

 „Der Preis für das Areal ist jetzt danach ermittelt worden, was das Gelände wert sein wird, wenn unsere Pläne dort realisiert worden sind“, erläuterte Döring. Für eine Teilfläche mit Waldbestand schnellte der Quadratmeter-Preis plötzlich auf 120 Euro in die Höhe. „Außerdem hat man uns den Vorwurf gemacht, dass wir vor der Vertragsunterzeichnung an die Öffentlichkeit gegangen sind. Aber gerade damit wollten wir jedem Vorwurf der Mauschelei vorbeugen“, ergänzte der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende, der wegen seiner Tätigkeit für dieses Projekt das politische Ehrenamt aufgegeben hatte, um nicht in einen Interessenkonflikt zu geraten.

 „Es ist schade für Neumünster“, urteilte Döring. „Wir hätten junge Menschen in die Stadt bekommen. Es gab einen festen Vertrag mit dem University College Syddanmark, positive Gespräche mit der Universität Lübeck und Unterstützung des Wissenschaftsministeriums. Eine staatliche Hochschule für Neumünster wird es nicht geben. Und Private wollen Geld verdienen.“ Neumünster sei für Investoren offenbar „ein schwieriges Pflaster“. Das Projekt selbst ist für Hüstreich nicht gestorben: „Wir werden weitermachen“, sagte er, ohne sich auf einen Standort festlegen zu wollen.

 Olaf Tauras erklärte: „Ich bedauere das sehr, das Projekt hätte gut nach Neumünster gepasst. Aber aus rechtlichen Gründen war keine andere Entscheidung möglich.“ Fraktionschef Gerd Kühl, dessen CDU das Vorhaben genauso begrüßt hatte wie die SPD, bedauerte: „Ich bin traurig und enttäuscht. Ich hätte das Projekt gern in Neumünster gehabt.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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