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Rat ist gegen „Flüster-Asphalt“

Lärmschutzplan Rat ist gegen „Flüster-Asphalt“

Die zweite Stufe des Lärmaktionsplanes für Neumünster ist beschlossene Sache. Die Ratsversammlung sprach sich einstimmig für eine ausführliche Bürger-Information zum Thema Fördermöglichkeiten beim Einbau von Schallschutzfenstern aus – und gegen Tempo-30-Bereiche auf dem Ring aus Lärmschutzgründen.

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An fast allen Hauptverkehrsstraße, hier die Kreuzung von Ring und Altonaer Straße, leiden die Anwhner unter Lärm.

Quelle: Beate König

Neumünster. Neumünster. Die zweite Stufe des Lärmaktionsplanes für Neumünster ist beschlossene Sache. Die Ratsversammlung sprach sich einstimmig für eine ausführliche Bürger-Information zum Thema Fördermöglichkeiten beim Einbau von Schallschutzfenstern aus – und gegen Tempo-30-Bereiche auf dem Ring aus Lärmschutzgründen.

 Eine knappe Absage gab es mit 19 Ja- und 20-Nein-Stimmen am Dienstagabend für den Vorschlag von CDU-Ratsfrau Helga Bühse. Bereits im Bau- und Planungsausschuss hatte sie sich für den Einsatz von Lärm minderndem Asphalt bei neuen Deckschicht-Sanierungen von Straßen, die eine hohe Verkehrsfrequenz haben, ausgesprochen.

 Franka Dannheiser, baupolitische Sprecherin der SPD, hielt dagegen. „Dieses Material ist für Autobahnen und Landesstraßen entwickelt worden, auf denen hohe Geschwindigkeiten gefahren werden. In der Stadt bringt das eine Lärmminderung von maximal zwei bis drei Dezibel“, argumentierte Dannheiser.

 Außerdem handele es sich um offenen, großporigen Asphalt, von dem das Regenwasser in der Stadt mit ihren eingefassten Straßen nicht so abfließen könne wie von Straßen in der freien Landschaft. „Das ist in der Stadt absolut nicht zielführend.“ Auch Bühses Vorschlag, mit besagtem Asphalt auf Neumünsters Ring auf einer Teststrecke von einem Kilometer Länge Erfahrungen zu sammeln, konnte sich nicht durchsetzen.

 In Neumünster sind etwa elf Prozent der Bevölkerung vom Lärm (über 55 Dezibel) der Haupteisenbahnstrecken betroffen, über die pro Jahr rund 30000 Züge rollen. Sehr hohe Belastungen (über 70 Dezibel, nachts auch noch über 60) durch Schienenverkehr sind laut Eisenbahnbundesamt 1,1 Prozent der Einwohner ausgesetzt.

 Hohe Lärmbelastungen durch Straßenverkehr (65 Dezibel am Tag und 55 nachts) „treten praktisch im gesamten innerörtlichen Hauptstraßennetz an den der Straße zugewandten Fassaden auf“, wie die Lärmkontor GmbH Hamburg feststellte. Gleich doppelt gebeutelt von Straße und Schiene sind die Bewohner im Bereich der Eisenbahnunterführung am Holsatenring. Hohe Belastungen erreicht auch die Feldstraße mit ihrer engen Häuserschlucht, in der der Ring auf zwei Fahrspuren reduziert ist.

 Als Maßnahmen für Lärmminderung schlägt das Kontor für die nächsten fünf Jahre genau den Asphalt vor, den der Rat nicht will, die Absenkung der Geschwindigkeit, Einschränkung des Lkw-Verkehrs, Bau und/oder Erhöhung von Schallschutzwänden und -wällen vor sowie Schutzfenster.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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