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Rot-Kreuz-Schwestern feiern 100sten

In Ostpreußen gegründet Rot-Kreuz-Schwestern feiern 100sten

„Rot-Kreuz-Schwester zu sein, ist damals wie heute ein Zeichen für gute Ausbildung“, erzählt Regine Gilgen, stellvertretende Oberin der DRK-Schwesternschaft Ostpreußen. Der Verein feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen. Mit den Jahren hat sich so einiges geändert.

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Regine Gilgen (von links), Inga Rehder, Christina Storm, Sibylle O’Rouke, Bettina Lohmeier, Vera Kundikow und Julia Dettmann in den Schwestern-Trachten von damals bis heute.

Quelle: Gunda Meyer

Neumünster. Neumünster. „Rot-Kreuz-Schwester zu sein, ist damals wie heute ein Zeichen für gute Ausbildung“, erzählt Regine Gilgen, stellvertretende Oberin der DRK-Schwesternschaft Ostpreußen. Der Verein feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen. Mit den Jahren hat sich so einiges geändert.

 1916 wurde die Schwesternschaft während der Wirren des ersten Weltkrieges in Königsberg gegründet. Damals wurde die Pflege vor allem im Ausland benötigt und an den Kriegsumständen ausgerichtet. „Gut ausgebildet zu sein, war ein Muss“. Die Schwestern mussten ledig und kinderlos sein, um sich voll und ganz ihrer Arbeit widmen zu können. Da sie auch zusammen wohnten, war die Gemeinschaft in der Schwesternschaft Ersatz für die Familie. „Die Frauen waren Adelige und äußerst taff, denn Emanzipation gab es damals noch nicht“.

 Eine starke Gemeinschaft ist die ausschließlich aus Frauen bestehende Schwesternschaft bis heute geblieben. „Der Standard der Ausbildung ist heutzutage überall gleich, aber wenn es Probleme gibt bei der Arbeit, haben wir den Verein im Rücken, der uns hilft“, fasst Christina Storm den Vorteil der Mitgliedschaft zusammen. Für sie ist der Arbeitgeber nämlich der Verein, der mit krankenpflegerischen Institutionen sogenannte Gestellungsverträge abschließt.

 Eine dieser Institutionen ist das Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster. Dort arbeiten von den über 1100 Schwestern des Vereins allein 304. Auch Pressesprecherin Maren von Dollen ist Mitglied. Sie besuchte damals zunächst die Schwestern-Vorschule, weil sie noch nicht 18 und damit alt genug für die Ausbildung war. „Ich erhielt eine hellgraue Tracht, 50 Mark und die Maßgabe, keine Jungs mitzubringen“, erinnert sie sich.

 Auch die Bekleidung der Rot-Kreuz-Schwestern hat sich stark geändert: Ein dunkelblaues Schwestern-Outfit für den Dienst oder ein Kostüm für festliche Anlässe waren nebst Häubchen bis 1990 ein Muss. Das Häubchen war mit sieben Falten ausgestattet, die auf die sieben Grundsätze (Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit, Universalität) der Schwesternschaft verweisen. „Auf diesen Grundsätzen fußt der Verein, wer Mitglied sein möchte, muss diese befolgen“, erklärt Gilgen.

 Heute tragen die Frauen normale Schwesternkleidung und sind nur durch eine Anstecknadel von anderen Schwestern zu unterscheiden. Auch eine Ehe ist heute möglich. Zu besonderen Anlässen gibt es eine sogenannte Image-Kleidung, bestehend aus blauem Blazer und Halstuch.

 Auch wenn der Krankenpflege-Beruf nach wie vor bei den jungen Leuten nicht sehr beliebt ist, schreibt sich die Schwesternschaft seit Jahren die Schaffung von Arbeitsplätzen auf ihre Fahnen. „Die Bedingungen des Berufs können auch wir nicht ändern, aber das Miteinander stärken“, so Storm, die hofft, dass künftig mehr Schwestern das Unterstützungsangebot des Vereins wahrnehmen.

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