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Zehn Jahre Sozialkaufhaus

Von Knopf bis Schrankwand Zehn Jahre Sozialkaufhaus

Vom Knopf bis zur Schrankwand ist hier alles zu haben. Davon machen die Kunden mit schmalem Portemonnaie seit zehn Jahren gern Gebrauch: Das Sozialkaufhaus der Diakonie Altholstein im Parkcenter an der Christianstraße in Neumünster feierte am Montag einen runden Geburtstag.

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Elke Schmidt (links) und Andrea Storke sind im Sozialkaufhaus der Diakonie Altholstein im Parkcenter in Neumünster Mitarbeiterinnen der ersten Stunde.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Drei Aspekte standen im Vordergrund, als Christine Hertwig das Projekt ins Leben rief“, erklärte deren Nachfolgerin Maiken Carstens den Gästen: Menschen ein arbeitsmarktnahes Angebot unterbreiten, eine soziale Institution zum Geben/Spenden einrichten und Nachhaltigkeit: die Weiterverwendung von Geschirr, Kleidung, Möbeln gegen den Wegwerf-Trend.

 Der Startschuss fiel eigentlich schon 2004 mit dem Bekleidungsshop Anziehungspunkt, der in Erdgeschoss des Parkcenters residiert. „Dann kamen Möbel dazu, und als Arbeitsminister Uwe Döring am 1. Juni 2006 den Bewilligungsbescheid übergab, war das die Anschubfinanzierung für die nächste Stufe“, erinnerte Carstens.

 Ab 2008 kam das Jobcenter, das die Finanzierung übernahm, als Partner dazu. „Mittlerweile erwirtschaften wir mehr als die Hälfte der Kosten selbst“, sagte Carstens stolz. In dem Beschäftigungsprojekt sind aktuell 46 Teilnehmer beschäftigt, finanziert durch das Jobcenter. Dazu kommen acht feste Mitarbeiter, von denen eine als Teilnehmerin begann, und zwei Ehrenamtliche.

 „Im Sozialkaufhaus werden die Abläufe und Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes so genau wie möglich abgebildet“, erläuterte Fachbereichsleiterin Stephanie Vallentin. Die Teilnehmer arbeiten nicht nur im Verkauf, sondern auch in der 30 Quadratmeter großen Werkstatt, wo unter Anleitung von Frank Wegerich schiefe Schranktüren gerichtet, Kratzer ausgebessert, Fahrräder wieder startklar gemacht werden. Oder sie waschen und bügeln gebrauchte Kleidung. Oder sie sind auf Tour, um Spenden abzuholen. Denn alles, was im 400 Quadratmeter großen Kaufhaus einen neuen Besitzer findet, stammt aus Spenden.

 „Im Jahr 2015 gab es pro Monat rund 388 Spender. Das sind vier Mal so viele wie in der Anfangszeit“, vergleicht Andrea Storke, eine Mitarbeiterin der ersten Stunde. 3122 Spender gaben gebrauchte Kleidung oder Hausrat direkt im Parkcenter ab; 1550 Mal war der Abholservice auf Achse.

 „Von Beginn an wollte das Kaufhaus mehr als nur ein Lagerverkauf sein“, ergänzte Diakonie-Sprecherin Christine Noack. Mitten in Neumünster sollten Kunden mit schmalem Geldbeutel schöne Dinge für wenig Geld finden können. Heute können hier alle einkaufen: „Menschen mit geringem Einkommen profitieren vom niedrigen Preis. Alle anderen unterstützen das soziale Projekt durch einen höheren Preis.“ Exakt 45464 Kunden kauften in 2015. Das Ziel für die Zukunft heißt: Auch Menschen mit Flucht-Erfahrung oder mit Behinderung sollen zum Team stoßen.

 Zum Geburtstag gibt es eine Woche lang zehn Prozent Rabatt. Und im Café können sich Kunden wie üblich gegen einen Obolus mit Kaffee, Kuchen und Brötchen stärken.

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Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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