21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Bettwäsche und Kopfkissen werden entsorgt

Notaufnahme in Brachenfeld Bettwäsche und Kopfkissen werden entsorgt

Die Notaufnahme für Asylsuchende in den Sporthallen der Gemeinschaftsschule ist Geschichte. Am Freitag wurden die letzten 50 dort untergebrachten Flüchtlinge in Erstaufnahmen verlegt. Hilfskräfte des Neumünsteraner Katastrophenschutzes begannen am Sonnabend, die Hallen zu räumen. Insgesamt rund 1800 Hilfesuchende hatten in den vergangenen fünf Wochen jeweils für wenige Tage in dem Komplex Obdach erhalten.

Voriger Artikel
Robben-Babys gehen „an der Hand“
Nächster Artikel
Hilfe für junge Mütter

Helfer bergen einen Behelfsboden, der die Sporthallen in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld vor Beschädigungen schützen sollte. Die Schutzanzüge waren dabei eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster.  „Das ist ein Anblick, der mich nachdenklich werden lässt“, meinte Marc Kutyniok von der Neumünsteraner Berufsfeuerwehr, als er am frühen Vormittag mit seinem Einsatzstab die Hallen inspizierte, um den Abbau vorzubereiten. Auf den 300 Feldbetten lagen Bettwäsche und Kopfkissen. Verwaistes Kinderspielzeug, vereinzelt herumstehende Wäscheständer oder auch herrenlose Kleidungsstücke bezeugten, dass in den Hallen gut 1800 Flüchtlinge über fünf Wochen in Etappen untergebracht waren. Bedrückend die Luft in dem Komplex. Die Hitze der vergangenen Tage hatte sich gestaut. Der Geruch von Schweiß lag in der Luft. „Schon das belegt, dass das hier keine Nobelunterkunft war“, kommentierte ein Helfer.

 Nach dem Rundgang teilte Kutyniok die 70 Helfer von der Regieeinheit, dem THW, DRK und mehreren Freiwilligen Feuerwehren in Trupps ein. In Schutzanzügen und mit Atemmasken ausgestattet, wurde zunächst die gesamte Bettwäsche in Abfallcontainern entsorgt. „Die Anzüge sind eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das hat nichts damit zu tun, dass hier Flüchtlinge gelebt haben“, erklärte der Einsatzleiter. Anschließend wurden die mit Folie verkleideten Bauzäune abgebaut, die als Schamzone die Hallen in kleinere Betteneinheiten unterteilt hatten. Die Feldbetten wurden in Sammelpunkten zusammengeschoben. „Die werden kommende Woche, wie es die geltenden Hygienevorschriften vorschreiben, desinfiziert und am nächsten Wochenende abgebaut“, so Kutyniok. Erst dann könne eine Bestandsaufnahme gemacht werden. „Die Materialien stammen aus unserem im Gefahrenabwehrzentrum gelagerten Betreuungspunkt, aus dem wir ad hoc Notunterkünfte für bis zu 500 Menschen ausstatten können“, berichtete Dennis Kuck vom Katastrophenschutz. Die Kosten für Ersatzbeschaffung übernehme das Kieler Innenministerium.

 THW-Helfer waren derweil auf der Grünanlage hinter den Hallen damit beschäftigt, die Biertischgarnituren aus der Versorgungshalle zu reinigen und zu desinfizieren. „Es ist für mich selbstverständlich, Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, mit meinem Einsatz zu helfen“, berichtete Anne-Kathrin Berg, die schon beim Aufbau der Unterkunft ehrenamtlich mit angepackt hatte.

 Angespannt ist die Lage in allen Erstaufnahmelagern in Schleswig-Holstein: Neumünster ist mit 2000 Flüchtlingen voll belegt. In der Boostedter Rantzau-Kaserne ist es mit 500 Menschen ebenso eng. In der neuen Erstaufnahme in Rendsburg, die am vergangenen Freitag in Betrieb ging, leben derzeit 260 Flüchtlinge. Die Kapazität kann auf bis zu 800 Wohnplätze erhöht werden. Die im Bau befindlichen vier Gebäude in der Neumünsteraner Erstaufnahme mit insgesamt 400 Wohnplätzen werden Anfang September bezugsfertig sein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3