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Sünne Höhn „macht“ das Theater

30 Jahre Stadthalle Sünne Höhn „macht“ das Theater

Seit 30 Jahren leistet sich Neumünster ein „leeres“ Theater ohne eigenes Ensemble. Umso wichtiger ist das Einkaufen der Gastspiele, die zum möglichst stimmigen Spielplan zusammengestellt werden wollen. Seit dem Jahr 2007 ist Sünne Höhn die Frau, die Neumünsters Theaterprogramm macht.

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Das ist ein Teil ihres Arbeitsprozesses: Sünne Höhn hält den ersten Skizzenüberblick für den Spielplan in Händen, aus dem schließlich das fertige Programmheft wird.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Für diese Aufgabe war sie mit ihrer Vita geradezu prädestiniert. Auf das Abitur in Schleswig folgten Studium von Germanistik und Theaterwissenschaften in München, dabei schon erste Theaterpraktika. „Es hat mich nie auf die Bühne gezogen, aber hinter die Kulissen.“ Als Dramaturgin wirkte sie am Staatstheater Nürnberg und in Neuss. Dann sorgte Heimweh für eine Zeit an den Hamburger Kammerspielen, auf die fünf Jahre in Kiel folgten.

 Im Jahr 2000 stellte sich Nachwuchs ein. Als der in die Schule kam, suchte Neumünsters Kulturbüro gerade besagte Fachkraft. „Für das Programm haben wir ein gutes Jahr Vorlauf“, erzählt Höhn. Zweimal im Jahr lädt die Interessengemeinschaft der Tournee- und Privattheater zu bundesweiten Messen ein. „Und da darf ich dann im Auftrag der Stadt mit dem Kultursäckel auf dem Markt zum Einkaufen gehen.“

 Gehandelt wird auf diesem Markt mit Titeln und Plänen. „Häufig stehen die Produktionen noch nicht, eine Tournee kann platzen“, schildert Höhn die Risiken ihres Traumjobs. Nach ersten Interessenbekundungen geht’s dann wieder an den heimischen Kleinflecken 26. In ihrem 3 mal 3,5 Meter messenden Büro-chen brütet Höhn über dem Spielplan. Will man einen roten Faden? Gibt es ein thematisches Motto? Das Timing muss stimmen, denn alle Abonnenten (egal ob E oder U oder Mix oder klassische Musik) wollen regelmäßig drankommen.

 Und Höhn schaut bewusst auf die jungen Zuschauer. „Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass junge Menschen ins Theater gehen. Das muss sich immer mehr behaupten neben vielen anderen Medien und Freizeitangeboten.“ Bei Jugend denkt die Planerin durchaus an Klassik. „Es ist mir wichtig, dass jeder Schüler einmal einen Goethe oder Schiller gesehen hat, da bin ich altmodisch“, bekennt sie konsequent. „Mittlerweile haben die Landestheater durchaus die Prüfungspläne der Kultusministerien im Blick und bieten ein passendes Stück.“

 In diesen Tagen steckt Sünne Höhn mitten in der heißen Phase für die Spielzeit 2017/18, diverse Verträge sind abgeschlossen. „Gestern allerdings kam eine Absage.“ Viele Zettelchen kleben schon auf dem großen „Skizzenblatt“ mit den unterschiedlichen Abo-Spalten: Das stellt sozusagen die Grundlage für das spätere Programmheft dar. Einen bunten Strauß möchte sie gern wieder binden, „eine schöne Mischung aus laut und leise und Stars“. Die begrüßt sie eigenhändig am Theaterabend. „Ich muss doch sehen, ob der Aufbau klappt. Und natürlich wie das Publikum reagiert – ob es der richtige Einkauf war.“

 Das „Haus“ empfindet sie als „wunderschönen Treffpunkt für lebendige Kommunikation eines Publikums, das hoffentlich neugierig bleibt“. Mit der Auslastung von 60 bis 70 Prozent steht Neumünster gut da, sagt Höhn. „Unser Musik-Abo hat einen besonders treuen Besucherstamm und einen extrem gut laufenden freien Verkauf.“ Mehr geht natürlich immer, findet Höhn.

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