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VHS-Weinlehrer Ludwig geht in Ruhestand

12000 "Tropfen" verkostet VHS-Weinlehrer Ludwig geht in Ruhestand

An jeden einzelnen kann er sich nicht mehr erinnern, aber mindestens 12000 Weine hat Udo Ludwig aus Neumünster in seiner über 30-jährigen Karriere als VHS-Weinlehrer verkostet. Das tut er nach seiner Verabschiedung jetzt nur noch privat genussvoll.

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Mit Styropor-Weinlagerboxen hat Udo Ludwig vor Jahrzehnten seinen Arbeitskeller im eigenen Haus hergerichtet. In Hochzeiten lagerten hier locker 2000 Flaschen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster.. Auf den Geschmack kam Ludwig kurz nach seiner Hochzeit 1967, als eine Freundin seiner Frau nach einer Bestellung zur Weinverkostung bat. „Das waren so Einsteigerweine, Scheurebe und Morio-Muskat.“ Aber in dem angehenden Physik-Ingenieur war die Passion geweckt. Und natürlich reagierte er, als das Deutsche Weininstitut Mainz drei Jahre später per Zeitungsannonce Weinfreunde suchte, um sie zu VHS-Lehrern auszubilden. Fünf Wochenendseminare und zwei Weinreisen später kontaktierte Ludwig die Volkshochschule Neumünster, wohin die Familie mittlerweile umgezogen war. Aber deren Leiter winkte ab.

Acht Jahre lang unterrichtete Ludwig an den Volkshochschulen Elmshorn, Kiel, Trappenkamp, in Altenholz und Felde in Grundlagenseminaren. 1993 war dann auch die VHS Neumünster aufgeschlossen für diese Art der Weiterbildung. Über Riechen und Schmecken informierte er seine Schüler, über Herstellungsprozesse und über die Schiefersteinböden an der Mosel und die kreidehaltigen Muschelkalkböden in Franken. Über die deutschen Anbaugebiete hinaus bildete sich Ludwig selber fort, nahm Weine von Portugal bis Österreich ins Repertoire auf. Die dazu passenden Flaschen lagerten im selbst hergerichteten Arbeitskeller bei 18 Grad, in Hochzeiten bis zu 2000 Stück.

Was Ludwig bevorzugt? Die Bandbreite ist groß. „Das geht vom furztrockenen Bocksbeuteln, Silvaner oder Müller-Thurgau, bis zu Grauburgunder Trockenbeerenauslesen mit 50-mal so viel Süße. Am liebsten aber trockene und halbtrockene Rieslinge aus Anbaugebieten wie Mosel, Mittelrhein, Ahr und nördlichem Rheinhessen.“ 

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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