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Flüchtlinge im Feldjäger-Block

Neumünster Flüchtlinge im Feldjäger-Block

Der Block 2 der ehemaligen Hindenburg-Kaserne soll Zentrum für Flüchtlinge (ZFF) der Stadt Neumünster werden. Seit 2003 steht das zehn Hektar große Kasernengelände leer. Die Stadt möchte den Block mit 1900 Quadratmetern Nutzfläche zur Aufnahme und Betreuung von bis zu 80 Asylbewerbern ausbauen.

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Die Feldjäger (Militärpolizei) waren früher in dem Kasernenblock untergebracht. Mit blanken Stahlträgern an der Decke, fehlenden Fußböden und Türen ist das Gebäude derzeit praktisch im Rohbauzustand.

Quelle: Sven Detlefsen

Neumünster. Die Feldjägereinheit (Militärpolizei) der Panzergrenadier-Division 6 nutzte zuletzt den Kasernenblock 2 direkt am Tor an der Färberstraße. Hohes Gras und Buschwerk machen in der gesamten Kaserne auf den ersten Blick deutlich, dass hier schon lange kein Betrieb mehr herrscht. Henning Büttner ist der „Objektwart“ und sieht täglich nach dem Rechten: „Wir haben hier derzeit 16 Rehe.“

 „Das Haus ist praktisch im Rohbauzustand und muss erst noch aufwendig hergerichtet werden“, erklärt Claus-Peter Hillebrand, Leiter Zentrale Gebäudewirtschaft. Die Stadt hat den Block und als Reserve das Nachbarhaus, das ehemalige Stabsgebäude der Division, inklusive 7350 Quadratmetern Grundstück von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gemietet. Zum Nulltarif, wie Thorben Pries, Büroleiter des Oberbürgermeisters, erläutert. Der Ausbau des Hauses soll rund 2,3 Millionen Euro kosten. Offen ist, wer bezahlt.

 Raumpläne und ein Betreuungskonzept für das ZFF stehen bereits. Im Erdgeschoss sind neben Gemeinschaftsräumen auch Büros für die Betreuung der Flüchtlinge vorgesehen. Darüber soll in Doppelzimmern mit Sanitäranlagen gewohnt werden. Dabei wird ein abgetrennter Trakt zum Beispiel das „Schutzbedürfnis von Frauen“ berücksichtigen, erläutert Mana Yalcin von der Koordinierungsstelle für Integration. Als Sitz der zentralen Erstaufnahme des Landes in der Scholtz-Kaserne am Haart musste die Stadt Neumünster bislang dauerhaft keine Flüchtlinge aufnehmen. Doch ab 2017 wird das Land, wie berichtet, auch Neumünster Asylbewerber zuweisen. Der ursprüngliche Schlüssel von 1400 Menschen pro Jahr ist wegen der rückläufigen Zahlen bereits auf 1000 herabgesenkt worden. Doch ab Januar 2017 könnten die ersten Flüchtlinge vor der Tür stehen. „Dann wird das ZFF aber noch nicht fertig sein“, erklärt Pries. Die Ausschreibung und der Ausbau in der Kaserne werden länger dauern. Übergangsweise würde die Stadt die Menschen auf dem freien Wohnungsmarkt unterbringen, zur Jahresmitte 2017 solle das ZFF aber aufnahmebereit sein.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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