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„Neumünster braucht Hilfe vom Land“

Ratsversammlung „Neumünster braucht Hilfe vom Land“

Einstimmig hat die Ratsversammlung am Dienstagabend angesichts der aktuellen Situation in der zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge in Neumünster eine zügigere Bearbeitung der Asylanträge und bei Ablehnung eine schnellstmögliche Rückführung in die Heimatländer gefordert.

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Gedränge bei der Erstregistireung in Neumünster.

Quelle: Sven Janssen

Neumünster. Gleichzeitig appellierten alle Faktionen an Bund und Land, die Kommunen bei der Betreuung unbegleiteter Jugendlicher finanziell und auch personell stärker zu unterstützen. Land und Neumünsters Stadtvorstand sollten zudem über alle anstehenden Maßnahmen, Hintergründe und rechtlichen Aspekte rechtzeitig informieren.

 Einig waren sich die Fraktionsvorsitzenden Gerd Kühl (CDU) und Uwe Döring (SPD) in ihrem Dank an die vielen Helfer vor Ort. Die 2000 Plätze der Erstaufnahme im Haart sind seit Wochen mit rund 3300 Personen belegt; die Zahl der unbegleiteten Jugendlichen nicht konkret feststellbar. Kühl machte deutlich: „Die jetzige Situation gebietet, sich Gedanken zu machen, auch wenn man dafür nicht nur 100-prozentig gelobt wird.“

 In einer beeindruckenden Rede wies Döring auf deutsche Waffen- und Agrarproduktexporte hin. „Wir sind nicht unschuldig an dieser Situation. Wir waren Egoisten, wir hätten es wissen müssen.“ Für die Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten gelte das Asylversprechen. „Die Menschen, die kommen, werden bleiben. Aber wer andere Gründe hat, für den ist das Asylverfahren der falsche Weg.“ Für die Einwanderung von Fachkräften müssten andere Wege gefunden werden.

 Bisher, so Döring, habe Neumünster das Privileg der zentralen Erstaufnahme gehabt. „Aber wir werden darüber hinaus Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Die wollen wir auch. Aber es ist die Pflicht der Ratsversammlung, sich darauf vorzubereiten.“ Es gelte, aus Flüchtlingen gute Nachbarn zu machen.

 „Die Helfer leisten Übermenschliches. Und auch die Stadt hat bereits unbürokratische Hilfe geleistet“, erinnerte er an die spontan zur Verfügung gestellte Schulsporthalle als temporäres Notquartier. Jetzt gelte allerdings umso mehr: „Neumünster braucht finanzielle und personelle Hilfe vom Land.“sn

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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