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Willkommenszentrum gehört dazu

Konzept für Flüchtlinge Willkommenszentrum gehört dazu

Ab Oktober 2016 muss Neumünster dauerhaft bleibende Flüchtlinge unterbringen. Gerechnet wird mit 350 Personen pro Quartal. Familienzusammenführung und Sprachstarter-Pakete gehören zu dem „integrationsorientierten Handlungskonzept“, das in Projektgruppen bei der Stadt erarbeitet wird.

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Thorben Pries stellte im Sozialausschuss das Handlungskonzept der Stadt zur integrationsorientierten Aufnahme von Flüchtlingen vor.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Koordinator Thorben Pries stellte am Mittwochabend im Sozialausschuss eine Grobgliederung der geplanten Aufgaben und Aktivitäten vor. „Ein zentrales Willkommenszentrum mit etwa 20 Plätzen für erste Behördenkontakte vor Ort brauchen wir auf jeden Fall“, erklärte Pries. Die drängende Frage nach der dezentralen Unterbringung und Anmietung von Wohnraum soll in diesem Monat konkret angegangen werden.

 Um anerkannte Asylbewerber möglichst schnell in die Arbeitswelt zu integrieren, soll ein Netzwerk geknüpft werden mit Akteuren wie Jugendberufs- und Arbeitsagentur, dem Jobcenter, Ausbildungsverband, aber auch Industrie- und Handelskammer und der Kreishandwerkerschaft. Sprachlich könnte „Deutsch für den Beruf“ auf die Beine helfen.

 „Wir müssen Regelschulbesuch, Sprachunterricht in DaZ(Deutsch als Zweitsprache)-Gruppen und an den Regionalen Bildungszentren organisieren“, stellte Pries fest. „Was die Versorgung mit Kita-Plätzen angeht hoffen wir, in diesem Jahr mit den vorhandenen Kapazitäten auszukommen.“ Im Gesundheitsbereich müssen die Kapazitäten der Traumaberatung ausgelotet werden. Auch an eine mehrsprachige Auflage des Gesundheitswegweisers ist gedacht.

 Sozialstadtrat Günter Humpe-Waßmuth ließ keinen Zweifel daran, dass nach Wegfall der Residenzpflicht die Zahlen über eine Zuwanderung für Neumünster noch unsicherer zu prognostizieren wären: „Die kreisfreien Städte mit ihrer besseren Infrastruktur in puncto Wohnraum und Arbeitsplätze werden viele anlocken.“

 Was den in Ruthenberg angedachten Standort Slevogtstraße für eine Wohngruppe für unbegleitete Jugendliche angeht, sagte Pries: „Da ist noch keine Entscheidung gefallen. Gerade deshalb geht die Verwaltung jetzt mit dem Thema in die Fachausschüsse.“ Aus dem Stadtteil, in dem sich auch die Erstaufnahme in der Scholtz-Kaserne befindet, war Protest laut geworden. Dem Vernehmen nach baut der Hamburger Jugendhilfeträger, der dort auf einem städtischen Grundstück aktiv werden wollte, gerade ein anderes Objekt in der Innenstadt mit einer Kapazität von 20 Plätzen um.

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