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Stadt senkt Pacht für Kleingärten

Neumünster Stadt senkt Pacht für Kleingärten

Überraschung für den Neumünsteraner Kreisverein der Kleingärtner: Bei der Jahresversammlung überreichte Oberbürgermeister Olaf Tauras einen geänderten Generalpachtvertrag für die elf Kleingartenanlagen im Stadtgebiet. Der jährliche Pachtzins wird ab sofort um rund 7000 Euro auf 81000 Euro gesenkt.

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Hohe Auszeichnung: Hansheinrich Gräfe (links), Vorsitzender des Neumünsteraner Kreisvereins der Kleingärtner, überreichte die bronzene Ehrennadel des Landesverbands an Rechnungsführer Christian Schöler.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Für den Kleingartenverein wird die Luft seit Jahren enger. Von den derzeit noch 1655 Kleingärten in elf Anlagen sind mittlerweile 439 Parzellen verwaist. Jahr für Jahr mussten bisher rund 88000 Euro als Pacht an die Stadt überwiesen werden, egal wie viele der Kleingärten einen Pächter haben oder leerstehen. Die jährlichen Mindereinnahmen bezifferte der Vereinsvorsitzende Hansheinrich Gräfe bei der Jahresversammlung im Gemeinschaftshaus Gartenkolonie West am Sonnabend auf momentan rund 30500 Euro.

 Seit Jahren hatte der Verein von der Stadt gefordert, dass ein neuer Generalpachtvertrag die erheblichen Leerstände berücksichtigen müsse. Im Januar hatte Gräfe der Verwaltung in einem internen Gespräch von der dramatischen Finanzlage des Vereins berichtet. Er hatte dabei durchblicken lassen, dass der Verein notfalls die Reißleine ziehen und in die Insolvenz gehen müsse, wenn der Pachtvertrag nicht der aktuellen Situation angepasst werde.

 Dass der Verwaltungschef ohne Ankündigung bei der Versammlung einen neuen Vertrag überreichte, überraschte und erfreute den Vereinsvorsitzenden. „Die Minderung des Pachtzins ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, bedankte sich Gräfe. Möglich geworden war das durch die Konzentration von Leerständen in der Kleingartenkolonie „Ostbahn“. Damit konnten in einer zusammenhängenden Fläche 90 Gärten aus dem Vertrag genommen werden. Tauras versprach, dass die Verwaltung bis Ende des Jahres ein Konzept für eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung des Kleingartenwesens in Neumünster vorlegen werde.

 Für das Ausbluten des Kleingartenwesens gibt es laut Hansheinrich Gräfe eine Reihe von Gründen: Zunächst der Abzug der Bundeswehr, der demografische Faktor, aber auch die starke Zunahme an Einfamilienhäusern hätten der Kleingartenbewegung in den vergangenen Jahrzehnten zugesetzt. Gräfe wünscht sich auch eine Reform des Bundeskleingartengesetzes. „Streng genommen müssen wir bei den Kleingärtnern noch immer darauf bestehen, dass sie Gemüse anbauen“, so Gräfe. Das sei nicht mehr zeitgemäß.

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