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Neumünster wird Fairtrade-Town

Alle Kriterien erfüllt Neumünster wird Fairtrade-Town

In Stunden lässt es sich gar nicht ausrechnen, wie viel die Neumünsteraner in den vergangenen Monaten investiert haben, um Fairtrade-Town zu werden. Schließlich ist das herausgekommen, was alle Beteiligten wollten: Am Freitag, 16. September, bekommt die Stadt Neumünster die Urkunde überreicht.

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Uta Rautenstrauch (links) und Silke Leng trinken in der Rathaus-Kantine fair gehandelten Kaffee. Insgesamt machen 14 Gastronomen aus Neumünster mit und bieten inzwischen faire Produkte an.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Die Idee ist ja gar nicht neu, 14 Kommunen sind in Schleswig-Holstein auch schon als Fairtrade-Town ausgezeichnet. Es geht um fairen Handel und dadurch mehr Gerechtigkeit – bei Produktionsbedingungen, sozialer und umweltschonender Herstellung und dem Handel. Viele Menschen setzen auf regionale Produkte und solche aus ökologischer Erzeugung. Jetzt muss dieser bewusste Konsum auch bei Importwaren wie Kaffee, Tee, Kakao oder Südfrüchten fortgesetzt werden, um die Produzenten in Entwicklungsländern zu stärken.

 Die erste Idee keimte im Weltladen bereits im Frühjahr 2012, die erste Informationsveranstaltung fiel auf fruchtbaren Boden. 2014 trug die FDP das Thema dann in die politische Arena, die Ratsversammlung stimmte zu. Erst auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember lief sich die Aktion warm. Uta Rautenstrauch vom Fachdienst Stadtplanung und Stadtentwicklung übernahm die Koordination.

 Denn ganz so einfach ist der Titel nicht zu holen, Kriterien müssen erfüllt werden. Die offensichtlich leichteste: Im Rathaus soll bei öffentlichen Sitzungen nur noch „fairer“ Kaffee getrunken werden, ebenso in den Büros des Oberbürgermeisters, der Stadtpräsidentin und der Stadträte. Eine Steuerungsgruppe wurde gegründet und hat seither fünfmal getagt. Und dann mussten Mitstreiter im Einzelhandel, bei Cafés und Restaurants sowie bei öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen gefunden werden.

 Einige der Kriterien waren beinahe Selbstgänger, Schulen und Kirchen hoben den Finger, nur bei den Gastronomen hakte es etwas. Acht Gastronomen sollten mitmachen, das schien schwieriger als gedacht. Dabei müssen nur zwei fair gehandelte Produkte mit ins Sortiment aufgenommen werden. „Ich hab’ gerade die Speisekarte neu geschrieben“, kam als Gegenargument. Oder „Ich brauche bestimmte Bohnen für meine Kaffeemaschine.“ Alle Mitglieder der Steuerungsgruppe wurden eingespannt, Überzeugungsarbeit zu leisten, berichtet Silke Leng, Sprecherin der Steuerungsgruppe. Und inzwischen sind es 14 Gastronomen, die mit im Boot sitzen – bis jetzt. „Fairtrade bietet noch ein riesiges Potenzial. Es können sich noch viele einbringen“, wirbt Uta Rautenstrauch. Die Teilnehmerliste wird nicht geschlossen, „wir erweitern den Kreis gerne“.

 Am Freitag, 16. September, wird’s hoch offiziell, aber für alle öffentlich: Die Urkunde „Fairtrade-Town“ wird vom gemeinnützigen Verein TransFair überreicht, Schüler der Immanuel-Kant-Schule (IKS) stellen sich im Innenhof des Rathauses auf und bilden menschlich das Fairtrade-Logo. Ein Banner wird aufgehängt, eine Flagge gehisst. Die IKS-Bigband spielt auf, Elly-Heuss-Knapp-Schüler bieten fairen Kuchen und Schnittchen an, eine Poster-Ausstellung wird im Rathaus-Foyer aufgebaut. Ein fairer Stadtkaffee wird ausgeschenkt. Außerdem gibt es kleine Fairtrade-Geschenke vom Aufkleber bis zum Bierdeckel.

 Da der Termin in die bundesweite Faire Woche fällt, powert auch der Weltladen. Zur offiziellen Feierstunde werden Bananen-Lollies verteilt, einen Tag später präsentieren die Bananen-Produzenten sich selbst und das Leben auf den Plantagen, erklären den Wandel, den der faire Handel bewirkt. Am 20. September gibt es im Weltladen einen Kochabend mit dem Titel „Alles Banane“ (Anmeldungen unter Tel. 04321/2648648).

 Silke Leng betont: „Der Weltladen freut sich, dass Fairtrade in die Öffentlichkeit kommt, fairer Handel betrifft aber weit mehr als Kaffee und Tee.“ Neumünster kann sich weiter engagieren.

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