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Neumünster Flüchtlinge können kommen

Die Notunterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge in den Turnhallen einer Neumünsteraner Gemeinschaftsschule ist vorbereitet. Bereits am Freitagabend wurden die ersten 47 Asylsuchenden dort untergebracht.

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Unterstützt von Schülern bauten auch Michaela Kröger (links) und Antonia Howe in der Turnhalle der Gemeinschaftsschule insgesamt 300 Feldbetten auf.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Rund 60 Helfer vom örtlichen Katastrophenschutz waren am Freitag damit beschäftigt, 300 Feldbetten aufzubauen, zwei Sanitätsräume einzurichten und in einer der Hallen, die als Kantine genutzt wird, Biergartengarnituren aufzustellen. In der rund 1000 Quadratmeter großen Dreifeldhalle können bis zu 200 männliche Flüchtlinge einen Schlafplatz bekommen. In der separat liegenden Gymnastikhalle werden Frauen und Mütter mit Kindern Unterschlupf finden. Vor dem Hallenkomplex hat der Einsatzstab zusätzliche Toilettencontainer aufgebaut. „Duschen und Waschplätze sind in ausreichender Anzahl in den Sanitärräumen der Hallen vorhanden“, erklärt Einsatzleiter und Chef der Neumünsteraner Berufsfeuerwehr, Sven Kasulke. Für einen Caterer, der die Versorgung der Flüchtlinge mit Mahlzeiten übernimmt, werden Kühlcontainer angeschlossen.

 Der große Vorplatz ist mit Polizeiband nach allen Seiten abgegrenzt. „An den Absperrungen endet das Schulgelände und ist auch für Schüler Sperrzone“, erklärte Kasulke. Flüchtlinge können auf einer großen Wiese an der Rückseite des Komplexes sich aufhalten. Hallen und Absperrbereich dürfen nur Hilfskräfte und Flüchtlinge betreten. Noch übernimmt das Team des Katastrophenschutzes die Kontrollen. Ab Montag werden das Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes leisten.

 Das Lehrerkollegium wurde am Freitag bei einer Dienstversammlung über die Hintergründe der Einrichtung der Unterkunft und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Schulalltag unterrichtet. Anschließend wurde in allen Klassen über die neue Situation informiert. „Wir werden versuchen, eine gute Gemeinsamkeit mit unseren Gästen aufzubauen. Sie sollen sich hier wohl fühlen“, meinte Schulleiterin Silke Rohwer.

 Die Existenz der Notunterkunft ist vorerst auf acht Tage beschränkt. Da die Erstaufnahmeunterkunft in Neumünster und auch die in der Boostedter Rantzau-Kaserne mit zusammen rund 1450 Asylsuchenden derzeit überbelegt sind, hatte sich das Kieler Innenministerium an die Stadt gewandt und um kurzfristige Unterstützung bei der Unterbringung von neu ankommenden Flüchtlingen gebeten. Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten rechnet damit, dass bis zu 300 Flüchtlinge am Wochenende Neumünster erreichen werden und untergebracht werden müssen. „Wie viele kommen werden wissen wir nicht. Mit der Notunterkunft soll aber zunächst über das Wochenende sichergestellt werden, dass alle Flüchtlinge aufgenommen werden können und einen Schlafplatz und Betreuung erhalten“, begründet Ulf Döhring, Chef des Landesamtes, die Maßnahme.

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