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Nuklearmedizin schließt Bettenstation

Zwei Zimmer haben ausgedient Nuklearmedizin schließt Bettenstation

Es waren nicht die schönsten Zimmer im FEK. Erdgeschoss, kleine Fenster, düster, zwischen beiden Betten eine halbhohe Betonwand und zum Flur mit einer Blei-Schiebetür hermetisch verschlossen. Die Zimmer 1317.0 und 1319.0 haben ausgedient, in der Nuklearmedizin wird die Bettenstation geschlossen.

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Dr. Frank Wesemann, Leitender Abteilungsarzt der Nuklearmedizin, schließt die Blei-Schiebetür zum Bettenzimmer 1319.0. Anfang Dezember war hier der letzte Patient aus Strahlenschutzgründen isoliert worden.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Fast 40 Jahre existierte die Station 28, fast 10000 Patienten – überwiegend mit Schilddrüsenerkrankungen – wurden hier behandelt. Die Therapie mit radioaktivem Jod verlangte einen stationären Aufenthalt, mindestens 48 Stunden, meistens drei bis vier Tage, bis die Strahlung abgenommen hat. Dafür wurden die Patienten in Zimmern isoliert. In diesem Jahr waren es nur noch 91 Patienten, der letzte verließ Anfang Dezember das Friedrich-Ebert-Krankenhaus.

 Untersuchungen und Behandlungen wird es natürlich weiter am FEK geben, darauf legt der Leitende Abteilungsarzt der Nuklearmedizin, Dr. Frank Wesemann, großen Wert. Diagnose, Aufklärung, Planung von stationären Behandlungen und die Nachsorge finden an der Friesenstraße statt – lediglich für die Therapie selbst muss jetzt zum Beispiel nach Kiel gefahren werden. „Wir gehen eine Kooperation mit dem UKSH in Kiel ein“, erklärt FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen. Wesemann freut sich, dass zum Frühjahr die ambulante Diagnostik in Neumünster sogar noch ausgeweitet werden kann.

 Die stationäre nuklearmedizinische Behandlung dagegen wäre mit dem zweiten Bauabschnitt des FEK-Neubaus sowieso eingestellt worden. Da jetzt größere Investitionen angestanden haben, wurde die Schließung nur etwas vorgezogen.

 Oberarzt Wesemann erläutert, dass die mit radioaktivem Jod behandelten Patienten nicht nur isoliert werden müssten, auch alle Ausscheidungen unterlägen strengsten Kontrollen. Vom Duschwasser bis zu Essensresten – alles könnte potenziell strahlen und muss in einer sogenannten Abklinganlage in einen großen Tank geleitet werden, bis die Strahlung abgenommen hat. Erst dann darf alles in die Kanalisation. Diese Anlage hätte erneuert werden müssen, von Dollen rechnete mit einem sechsstelligen Betrag für die Arbeiten. Deshalb wurde der Schlussstrich gezogen.

 Die fünf betroffenen Mitarbeiter sind entweder in den Ruhestand gegangen oder werden in anderen Abteilungen eingesetzt. Die Blei-Schiebetüren von Zimmer 1317.0 und 1319.0 sind geschlossen.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
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