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Pinguin-Küken im Tierpark

Erste erfolgreiche Winterbrut Pinguin-Küken im Tierpark

Das Duo kam als verfrühtes Weihnachtsgeschenk: Bereits am 4. und 6. Dezember 2015 schlüpften im Tierpark Neumünster zwei Küken bei den Humboldt-Pinguinen. „Unsere erste erfolgreiche Winterbrut“, schwärmte Zoochefin Verena Kaspari am Dienstag bei der Nachwuchs-Präsentation.

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Schon unternehmungslustig: Die ersten Humboldt-Pinguin-Küken aus der Winterzucht in Neumünsters Tierpark wurden am Dienstag vorgestellt.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Stolze Eltern sind die 2008 in Halle geborene „Olga“ und „frühe Mauser“ („Der geht immer als Erster in den Federwechsel.“), der 2006 in Rostock schlüpfte. Beide waren auch im Frühjahr 2015 das erfolgreiche Brutpaar, dem Neumünster seine ersten Humboldt-Babys überhaupt verdankte.

 Das aktuelle Duo – beim Knacken der Eischale jeweils 100-Gramm-Leichtgewichte – brachte gestern beim täglichen Wiegetermin 1522 und 1588 Gramm auf die Waage. Derzeit lernen die beiden, die noch das flauschige Dunenkleid tragen, aus der Hand zu fressen. Dreimal am Tag gibt es fünf Sprotten für jeden. Notfalls muss Revierleiterin Ines Petersen mit der Hand zart „nachstopfen“. Außerdem stehen Vitamin- und Salztabletten auf dem Speiseplan.

 Die Humboldt-Pinguine (wissenschaftlich Spheniscus humboldti), die an den Küsten von Chile und Peru Zuhause sind, gehören wegen der Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume zu den bedrohten Pinguin-Arten. „In ihrer Heimat ist es bei der Winterbrut auf jeden Fall wärmer als zehn Grad“, erklärte Kaspari.

Foto: Bloß raus hier aus dem Wiege-Eimer: Gut 1500 Gramm bringen die beiden Humboldt-Pinguin-Küken mit jetzt einem Monat auf die Waage.

Bloß raus hier aus dem Wiege-Eimer: Gut 1500 Gramm bringen die beiden Humboldt-Pinguin-Küken mit jetzt einem Monat auf die Waage.

Quelle: Sabine Nitzschke

 Im Jahr 2009 bezogen die zwölf „Humboldts“ in Neumünster ihre neue Anlage. Und seither wurde stets an der Optimierung der Bruthöhlen getüftelt. „Wir haben mehr Löcher in den oberen Bereich gebohrt, um eine bessere Durchlüftung zu erzielen. Und gegen den Bodenfrost zusätzlich zu den Bimssteinen noch mit Sägespänen und Teppich gearbeitet“, erläutert Kaspari.

 „Das Europäische Erhaltungszuchtbuch in England ist ziemlich glücklich mit uns, was Zuchterfolge und auch Tipps zum Höhlenbau und Aufzucht angeht“, sagt Kaspari. Noch brüten mehrere Paare. Wie viele, will die Tierpark-Chefin nicht verraten. „Winterbrut ist immer heikel, da kann noch so viel passieren. Früher sind uns Küken nach zwei bis drei Tagen einfach umgekippt“, gibt sie traurige Erfahrungen der Vorjahre preis. Über die Geschlechter des Nachwuchses wird später eine DNA-Feder-Probe Aufschluss geben. Da die „Kids“ mit ihrem Dunenkleid noch nicht schwimmen dürfen, ist ein „Pinguin-Kindergarten“ im Bereich der Anlage abgetrennt. Dort können die Besucher sie später sehen, wenn sie frei laufen.

 Die Pfleger können übrigens alle Humboldt-Pinguine von einander unterscheiden. „Jedenfalls die nach zwei Jahren erwachsenen Tiere. Sie haben eine ganz spezifische Gesichtsmaske und jeder ein eigenes Punktemuster auf dem Bauch. Die ändern sich auch bei der Mauser nicht“, berichtet Kaspari. Der Nachwuchs vom Frühjahr 2015 wird in wenigen Monaten in Hoyerswerda seine neue Heimat finden.

 Im Tierpark Neumünster am Randes des Stadtwalds im Nordwesten von Neumünster sind 700 Tiere aus 100 Säugetier-, Vogel- und Reptilienarten auf einer Fläche von 24 Hektar Zuhause. Die Anlage ist im Januar/Februar von 9 bis 16 Uhr, von April bis August bis 18 Uhr geöffnet und schließt ihre Pforten eine Stunde nach Kassenschluss. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 8, Kinder von vier bis 16 Jahren 4,50 Euro.

 Zuschauen kann man bei festen Fütterungsterminen für Pinguine und Seehunde, Zwerg- und Fischotter, Biber, Nasenbären. Einer der Stars in Park ist Eisbär Kap; die Berberaffenanlage ist begehbar. Zum Parkplatz an der Geerdtsstraße 100 direkt am historischen Ochsenweg gelegen (heute Radwanderweg) gehören auch vier abschließbare Fahrrad-Häuschen. Tel. 04321/51402.

 www.tierparkneumuenster.de

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
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