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Nicht krimineller als andere Städte

Polizei Neumünster Nicht krimineller als andere Städte

Nach den sich häufenden Übergriffen in Neumünster auf Frauen gibt Neumünsters Polizei eine Pressekonferenz: Der Polizeidirektor setzt auf Präsenz der Beamten, Bürgernähe, Prävention und Zivilcourage der Neumünsteraner. In der Stadt gebe es nicht mehr Kriminalität als in anderen. In der Innenstadt ist ein neues Revier geplant.

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Planen eine neue Polizeistation für die Innenstadt und Community Policing für Neumünster: leitender Polizeidirektor Bernd Lohse (links) und Polizeirat Marco Ohmsen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Das Unsicherheitsgefühl ist durch objektive Daten nicht belegbar, die Kriminalität in der Stadt bewegt sich auf konstantem Niveau.“ So beschrieb Bernd Lohse, leitender Polizeidirektor, am Dienstag die Lage in Neumünster, nachdem Überfälle in den vergangenen Wochen für Gesprächsstoff gesorgt hatten und eine Person sogar eine „Bürgerwehr“ via Facebook angeboten hatte.

 „Das ist kontraproduktiv und nicht zu akzeptieren. Wir allein sind verantwortlich für die Sicherheit im öffentlichen Raum“, stellte Lohse klar. „Wir haben mit dem Mann geredet und er hat begriffen: Er holt sich Leute ins Begleitboot, die deutlich militanter sind als er“, ergänzte Hartwig Puhlmann, Leiter des zweiten Reviers.

 „Bei den vier Straftaten der vergangenen Wochen muss man sauber differenzieren: Das waren zwei Raubüberfälle, die nicht direkt gegen Frauen gerichtet waren, und zwei Anzeigen, weil jüngere Frauen begrabscht worden waren“, machte Kriminalhauptmeister Olaf Gorzolka den Unterschied klar. Durch die Flüchtlingsthematik habe das Wort „Südländer“ in den Täterbeschreibung einen eindeutig negativen Touch bekommen. „Es gibt keine arabischen Horden, die in Neumünster unterwegs sind. Diese vier Fälle bearbeiten wir mit großem Aufwand.“

 Allerdings gebe es „eine irre Gerüchtelage“, insistierte Puhlmann. Unsicherheitsängsten von Frauen im Umfeld des Friedrich-Ebert-Krankenhauses sei die Polizei nachgegangen. „Aber da war nichts. Vielleicht muss manchmal einfach eine Straßenlaterne mehr aufgestellt werden.“ Um ein mögliches Dunkelfeld erhellen zu können, braucht die Polizei vor allem eines: „Das Anzeigen von Taten. Und couragierte Zeugen.“

 Diesen Appell unterstrich Lohse. „Sehen Sie genau hin. Greifen Sie couragiert ein, wenn andere in Not geraten, aber ohne sich selbst in Gefahr zu bringen oder Gewalt zu provozieren. Rufen Sie die Polizei. Und stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung.“

 Zu einem Vorfall im Bad am Stadtwald, wo sich eine Jugendliche von jungen ausländischen Männern bedrängt gefühlt hatte, versicherte Puhlmann: „Wir werden erst recht in der Freibad-Saison ein Auge auf eine auffällige Gruppe von 30 bis 40 jungen Männern, darunter auch Flüchtlinge, haben.“ Hier, wie auch im Netto-Markt gegenüber der Erstunterkunft, habe die (dort während der Phase der Überbelegung) engagierte Security nie eingreifen müssen, sondern lediglich zum Sicherheitsgefühl der Besucher und Kunden beigetragen, sagte Dieter Jung, Leiter des ersten Polizeireviers.

 Bernd Lohse betonte abschließend, dass die Polizei mit verstärkter Präsenz und Prävention, zum Beispiel einer Spezialeinheit wegen des „Phänomens Wohnungseinbruch“, gut aufgestellt sei. „Die Lage in Neumünster ist vergleichsweise besser als in anderen Städten.“

 

 Die Polizei plant ein neues Revier in der Innenstadt:

 Die Innenstadt von Neumünster soll wieder ein eigenes kleines Polizeirevier erhalten. „Wir stellen den Organisationsantrag beim Innenministerium und beim Landespolizeiamt“, kündigte am Dienstag der leitende Polizeidirektor Bernd Lohse an.

 Aus der Parkstraße musste das erste Revier wegen baulicher Mängel, die sich auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirkte, aus- und an die Alemannenstraße umziehen. Das neue Revier soll im April fertig sein; dann hat Neumünster auch wieder eigene Gewahrsamzellen. „Aber Kriminalität spielt sich in erster Linie in der Innenstadt ab. Das Revier bleibt in der Alemannenstraße, aber für die City und das Vicelinviertel muss eine Anlaufstelle direkt vor Ort her“, erklärte Lohse.

 Sein Wunsch-Standort: „Am liebsten in der Nähe des Großfleckens.“ Die für dort geplanten zwölf bis 15 Mitarbeiter werden „aus der Substanz“ entnommen, die mit insgesamt 190 Stellen für Neumünster beziffert wurde. Mit der Objekt-Recherche wird das Gebäude-Management Schleswig-Holstein erst beginnen, wenn die Genehmigung vorliegt.

 Außerdem tüftelt Polizeirat Marco Ohmsen an einer neuen Stationsstruktur für den Standort Neumünster. „Wir wollen die Stationen in den Stadtteilen stärken“, kündigte Lohse an. Vom ersten Polizeirevier an der Alemannenstraße werde der Präsenzdienst für das ganze Stadtgebiet ausgehen. Am zweiten Revier an der Beethovenstraße werden die Stationen in den Stadtteilen Einfeld, Tungendorf, Faldera, Gadeland, Wittorf und die in der Landesunterkunft am Haart angebunden sein.

 Groß geschrieben werden soll im neuen Konzept nach US-Vorbild das sogenannte Community Policing, in dem Kollegen für Streifen- und Kontaktdienst abgestellt werden, um „nah am Menschen“ zu sein.

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