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Poseidon und Nixe wieder fit

Bad am Stadtwald Poseidon und Nixe wieder fit

Poseidons Gesicht ist wieder ganz, der fehlende Bartzipfel wieder dran. Und die rechte Nixe hat ihren Kopf auch wieder: Am Freitag hat der Neumünsteraner Künstler Hilmar Friedrich mit der Ausbesserung seines Reliefs „Poseidon mit zwei Nixen“ am Bad am Stadtwald begonnen.

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Hilmar Friedrich musste für die rechte Nixe des Reliefs das Gesicht und die Krone neu anfertigen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Poseidons Gesicht ist wieder ganz, der fehlende Bartzipfel wieder dran. Und die rechte Nixe hat ihren Kopf auch wieder: Am Freitag hat der Neumünsteraner Künstler Hilmar Friedrich mit der Ausbesserung seines Reliefs „Poseidon mit zwei Nixen“ am Bad am Stadtwald begonnen.

 Das ziert seit 1971 als „Kunst am Bau“, für die damals noch ein Prozent der Bausumme ausgegeben wurde, den Eingangsbereich des Bades. „Etwas mit Wasser sollte es natürlich sein“, erinnerte sich Friedrich, der damals zusammen mit Karlheinz Goedtke und dem Neumünsteraner Künstler Georg Fuhg aufgefordert worden war, Entwürfe einzureichen. „Den Möllner Till Eulenspiegel und den Segler am Kieler Ostseekai von Goedtke kennt jeder“, sagt Friedrich.

 Von Georg Fuhg stammen die Büsten von Friedrich Ebert im Krankenhaus und die des Namensgebers der Immanuel-Kant-Schule und auch der Rübezahl an der Hans-Böckler-Schule. Große Konkurrenz also – aber ausgerechnet der junge Hilmar Friedrich mit seinem Faible für Motive aus der biblischen Geschichte und der Mythologie machte das Rennen. „Die 10000 Mark waren ein warmer Segen für die vierköpfige Familie.“

 Ausgeführt hat er seinen Entwurf aus rund 200 Einzelteilen in einem Gesamtformat von 6,50 mal 2,20 Metern in glasierter farbiger Baukeramik, den er von der Firma Terpe in Kiel-Wellsee bezog. Die erwies sich mit den Jahrzehnten als doch nicht so wetterfest und robust wie erhofft. Eingedrungenes Wasser, das zu Eis gefror, „sprengte“ insgesamt 22 Teile der Riesen-Keramik ab.

 Ehrensache, dass Friedrich selbst und honorarfrei die Reparatur seines Werkes übernahm. Für die alles im allem 60 Euro Materialkosten kommt das Bad am Stadtwald auf, versprach dessen Leiter Tom Keidel. Dickster Brocken unter den „Ersatzteilen“, die Friedrich nach Foto-Vorlage einmal mehr aus Baukeramik fertigte, war die Krone der rechten Nixe. Gebrannt wurde alles in der Werkstatt von Karina Klamp in Sepel am Großen Plöner See, wo Neumünsters erste Stadttöpferin mittlerweile residiert.

 Die riet dem Kollegen auch zu Flexkleber aus dem Baumarkt, den Friedrich am Freitagmorgen vor dem Bad am Stadtwald anrührte. Nach wenigen Stunden musste er die Arbeit allerdings wegen des Regens unterbrechen; die Reparatur wird bei trockenem Wetter fortgesetzt. „Eigentlich bräuchten Poseidon und Nixen ein Schutzdach“, sinnierte Friedrich. Um sofort festzustellen: „Geht nicht. Das sieht natürlich gar nicht aus.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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