21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Bewegende bewegte Bilder

Clips gegen Rechts Bewegende bewegte Bilder

Die berühmte Stecknadel hätte keine Chance auf Bodenkontakt gehabt: Rappelvoll war am Montagabend das kommunale Kino KDW bei der Preisverleihung für die besten „Clips gegen Rechts“.

Voriger Artikel
Vier Menschen bei Feuer leicht verletzt
Nächster Artikel
Die Narren sind schon wieder los

So strahlen Preisträger: Mohammad Aref Abedian (hinten von links), Sophie Heins und Svea Bönisch und (vorn von links) Florian Lüttgens, Ali Sahba und Sergej Bensel gehörten zu den Erstplazierten beim Wettbewerb „Clips gegen Rechts“.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. The winner is: die Klasse Gestaltungstechnische Assistenten von Neumünsters Walther-Lehmkuhl-Schule. Ihr Clip war kurz, die Story einfach: Abwertend mustert eine besorgte Mutter den ausländischen Youngster ihr gegenüber – bis sie erfährt: Genau der hat dafür gesorgt, dass der Unfall ihres Sohnes nicht schlimmer ausging. „Keine Vorurteile hegen, sondern sehen, was hinter den Dingen steckt“, lobte Torsten Kehl von der Jury die Botschaft.

22 Clips auch aus Kiel, Lübeck und Schleswig hatten Schüler eingesandt für den Wettbewerb, den Neumünsters Runder Tisch für Toleranz und Demokratie, einst wegen des Neonazi-Treffs „Club 88“ gegründet, ausgelobt hatte. Der 9. November war bewusst gewählt für die Preisvergabe: „Heute von 77 Jahren haben in Deutschland die Synagogen gebrannt“, rief Vorsitzender Henning Möbius dem 118 Gästen in Erinnerung.

Ein Zeichen setzen gegen menschenverachtendes Verhalten, Ausgrenzung, pauschale Feindlichkeit angesichts zunehmender Gewalt gegen Flüchtlinge sollten die Beiträge. „Ob nun professionelle Kamera oder Handy, der technische Aufwand war uns egal, nur der Inhalt zählte“, versicherte Kehl.

Mit Inhalt punktete auch der Abschlussjahrgang von Neumünsters Holstenschule: Sophie, Svea & Co nutzten Slapstick-Elemente, um satirehaft über das „kleine braune Häschen“ Julius zu lästern, der mit seiner rechtsextremen Meinung allmählich ganz allein versauert. Platz drei ging an die Klasse Bau 14c des Kieler RBZ 1 für ihr Wagnis, sich auf ein Blind-trust-Projekt einzulassen: Wer wohl in der Fußgängerzone die zwei Menschen mit verbundenen Augen neben dem Schild „Ich bin gegen Gewalt“ umarmen wird?

Dass die Preisträger Bares mitnehmen konnten, verdankten sie nicht zuletzt dem Rat für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein und der Auslandsgesellschaft. Ihr Sprecher Bernd Felgendreher verstand seinen Obolus prompt als Entlohnung für das Copyright. „Die Idee ist so klasse, das kupfern wir in Dortmund einfach ab.“ Ein Sonderpreis der Jury ging an Mohammad Aref Abedian, der in Afghanistan schon kleine Filme gedreht hat, unterstützt vom Goethe-Institut. In einfühlsamen Comic-Bildern erzählte der 27-Jährige eine Geschichte zum Thema Flucht. Seit sieben Monaten in Deutschland hat er derzeit „no equipment, no team“. Aber weitermachen will er auf jeden Fall.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

Neumünster Events

Veranstaltungen in
Neumünster. Aktuelle
Termine, News, Infos

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3