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Urkomisch op platt

Premiere der Niederdeutschen Bühne Urkomisch op platt

Drei Dinge braucht eine Theaterinszenierung: Einen guten Stoff, Darsteller, die über sich hinauswachsen und einen Regisseur, der sein Handwerk beherrscht. Die Premiere der Komödie Een wunnerboret Öller der Niederdeutschen Bühne Neumünster (NBN) bewies, dass diese Voraussetzungen allesamt erfüllt sind.

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Een wunnerboret Öllern feierte Premiere in Neumünster.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. „Wir waren uns bei den Durchlaufproben nicht mehr sicher, ob die Komödie beim Publikum ankommt“, meinte Erika Wittig, die eine Hauswirtin spielt, überglücklich am Freitag nach der Premiere beim Sektempfang in der NBN Studio-Bühne. Doch weit gefehlt: das Publikum bedankte sich mit Lachsalven und frenetischem Applaus für die vorzügliche Inszenierung Komödie aus der Feder von Curth Flatow.

Der 80-jährige grantelige Rentner Georg Neumann (Dieter Milkereit) lebt alleine in einer Vierzimmerwohnung. Sein Hobby ist Mitmenschen zu provozieren. So startet er jeden Morgen damit, seine unter ihm wohnende Vermieterin (von Erika Wittig facettenreich und saukomisch dargestellt) mit wildem Gehopse zu nerven. Die Frau seines Enkels, eine vermeintliche Erbschleicherin, traktiert er mit derben Telefonspäßen. Als die Studentin Christa (Gastdarstellerin Nele Larsen) bei ihm als Haushaltshilfe beginnt, zeigt der grantelnde Rentner, dass er ein weiches Hertz besitzt. Er gesteht ihr, dass er vor 30 Jahren eine Affäre mit dem Mannequin Gitta (Heike Eckstein) hatte, das ihn aber schnöde hatte sitzen lassen. Doch eines Tages steht Gitta wieder an seiner Tür und spielt dem gealterten Romeo ihre tiefe Liebe zu ihm vor. Dabei ist sie nur hinter seinem Geld her. Es wird turbulent.

Profi-Regisseur Rudolf Plent hat es meisterlich verstanden, die Darsteller auf ihre Rollen vorzubereiten und der Inszenierung mit vielen kleinen Gags Farbe zu geben. . Dieter Milkereit schaffte es konsequent, den Rentner mit entsprechend staksiger Körperhaltung zu spielen. Mienenspiel und Textinterpretation verdienten das Prädikat „sehr gut“. Die diplomierte und mit 24 Jahren noch junge Schauspielerin Nele Larsen erinnerte mit ihrer Bühnenpräsenz an den Star des Hamburger Ohnsorg-Theaters Heidi Mahler. Frisch, frech und frei agierte Larsen mehr als gekonnt. Heike Ingwersen als Ex-Mannequin Gitta war ein Gedicht. Sie legte eine resolute Partie hin. Wobei die Situationskomik im Zusammenspiel mit Milkereit dank des sehr  unterschiedlichen Körperbaus fast automatisch entstand. Milkereit, einen Kopf kleiner und vom Typ eher ein „Spargeltarzan“, sorgte für Lachstürme immer wenn er mit verdrehten Augen seinen Kopf an den mächtigen Busen von Gitta anlehnte.  „Der Milkereit kann einem leid tun“, rief ein Zuschauer prustend vor Lachen. Fazit: saukomisch und meisterlich inszeniert.

Weitere Aufführungen: 14. bis 16. und 19. März (jeweils 20 Uhr) sowie am 20. März um 16 Uhr jeweils auf der NBN-Studiobühne, außerdem am 17. und 18. März um 20 Uhr im Theater in der Stadthalle. Eintrittskarten gibt es für 11 bis 13 Euro (Schüler und Studenten 5 Euro) bei Auch & Kneidl sowie an der Abendkasse.

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