20 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Kranke Hundewelpen verkauft - Bewährungsstrafe

Prozess Kranke Hundewelpen verkauft - Bewährungsstrafe

Wegen gewerbsmäßigen Betrugs beim Verkauf kranker Hundewelpen der Rasse Labrador hat ein Schöffengericht in Neumünster am Freitag ein Züchterpaar aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde zu jeweils einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Voriger Artikel
Bequemer die Kurve kriegen
Nächster Artikel
Pokemon-Jäger stürmten den Tierpark

Die Staatsanwaltschaft hatte zweieinhalb Jahre „Haft pur“ für das Züchterpaar gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Quelle: dpa

Neumünster. Das Gericht war nach sechsmonatiger Beweisaufnahme mit der Anhörung zahlreicher geschädigter Hundekäufer und mehrerer Sachverständiger überzeugt, dass sich das Paar in 23 Fällen gemeinschaftlich des wissentlichen Verkaufs kranker Jungtiere schuldig gemacht hatte. In einigen der ursprünglich 35 angeklagten Fälle stellte das Gericht das Verfahren ein.

 Hier waren Zweifel am Vorsatz geblieben, nachdem Zeugen der Ladung nicht gefolgt waren oder den Kauf rückgängig gemacht hatten. Eingestellt wurde auch eine Anklage wegen umweltgefährdender Abfallbeseitigung, die im Strafmaß kaum ins Gewicht gefallen wäre: Auf dem Grundstück des 60-jährigen Landwirts und seiner Lebensgefährtin (44) hatte die Polizei Asbestplatten sichergestellt.

 In zehn Fällen waren rassetypische Erberkrankungen wie Hüftgelenks- oder Ellenbogendysplasie beim Verkauf der Labrador-Welpen schon offensichtlich, so das Urteil. In diesen Fällen setzte das Gericht neun Monate Einzelstrafe pro Fall an. Drei Monate Rabatt gab es für den Verkauf erkrankter Tiere, die bei der Übergabe noch keine Symptome zeigten.

 Drei Fälle des Versuchs ahndete das Gericht mit je drei Monaten Haft und zog die Einzelfälle straff zu einer Gesamtstrafe zusammen. Erschwerend wertete es das Gericht, dass die jetzt für drei Jahre unter Bewährung stehenden Angeklagten einmal ein falsches Muttertier in den Papieren des Jungtiers angegeben hätten. Diesen Vorwurf hatte das Paar zurückgewiesen.

 In der Urteilsbegründung rügte das Gericht auch den Zuchtverband, der offenbar recht lockere Maßstäbe an die Prüfung der Zuchttiere angelegt habe. Auf ihn hatten sich die Angeklagten in der 25-tägigen Verhandlung wiederholt berufen.

 Die Staatsanwaltschaft hatte zweieinhalb Jahre „Haft pur“ für das Züchterpaar gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Beide Seiten wollen jetzt prüfen, ob sie Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3