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Stoßfänger ins Knie

Prozess in Neumünster Stoßfänger ins Knie

500 Euro an die Straßenverkehrswacht e.V. muss ein Autofahrer aus Neumünster zahlen, nachdem er am 9. September 2014 im Innenstadtverkehr einen Müllwerker bei der Arbeit angefahren hatte. Unter dieser Auflage stellte das Amtsgericht am Donnerstag das Strafverfahren gegen den 42-jährigen Unternehmer vorläufig ein.

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Vorsatz oder Versehen? Die Frage blieb offen.

Quelle: Vorsatz oder Versehen? Die Frage blieb offen.

Neumünster. Laut Anklage eskalierte die morgendliche Begegnung zwischen Müllwerker und Autofahrer auf offener Straße zu einem aggressiven Angriff mit dem Pkw als Waffe. Der Fahrer, der in seinem VW-Kombi auf dem Weg zur Baustelle verkehrsbedingt hinter dem Müllfahrzeug halten musste, griff zum Mobiltelefon – und wurde vom Müllmann belehrt, dies sei verboten. „Handy aus der Hand!“, rief der Zeuge dem Mann am Steuer zu, als er auf dem Weg zur nächsten Mülltonne dessen Wagen passierte. „Du bist hier nicht die Polizei“, habe der Fahrer erwidert, sich schrecklich aufgeregt und Sekunden später hörbar Gas gegeben. Der Müllwerker will die Tonne gerade zum Entleeren eingehängt haben, da sei der Angeklagte ruckartig angefahren und habe ihn seitlich am Knie erfasst.

„Ich habe das Gleichgewicht verloren und mich auf seine Motorhaube geschmissen“, berichtet der Zeuge. Zu Boden gestürzt sei er nicht. Eine Klinik attestierte dem 32-Jährigen Prellmarken an Knie und Schulter, sah aber von einer Krankschreibung ab. Der nicht vorbestrafte Autofahrer will dagegen erst angefahren sein, als der Müllmann die Fahrbahn fast geräumt hatte. Doch dann sei der andere plötzlich stehen geblieben. „Ich habe abrupt gebremst.“ Aber von einem Anstoß könne keine Rede sein.

Vorsatz oder Versehen? Die Frage blieb offen. „Die Vorwürfe bröckeln ab“, stellte der Richter fest. Denn als der Angeklagte anschließend ausstieg, um mit dem Müllmann zu reden, wurde er von diesem weggeschickt. „Fahr weiter!“ sagte der Zeuge erklärtermaßen, weil er eine weitere Zuspitzung befürchtete. Bevor der Müllwerker gestern als Zeuge entlassen wurde, musste er sich vom Verteidiger fragen lassen, ob er immer so eine oberlehrerhafte Blockwart-Mentalität an den Tag lege. Nein, er habe rein intuitiv reagiert, sagte der 32-Jährige und wurde vom Richter bestätigt. „Telefonieren im Straßenverkehr ist gefährlich.“ Der Zeuge habe Zivilcourage bewiesen.

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