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Rappelvolle Sonntagsmatinee

FilmFestFlüchtlinge im KDW Rappelvolle Sonntagsmatinee

Ein ganzes Wochenende stand Neumünsters Programmkino KDW im Zeichen des FilmFestFlüchtlinge. Auch die Betroffenen kamen und kamen sogar zu Wort. Für Ingo Schumann vom Orga-Team stand am Sonntagabend fest: „Das läuft super. Wir werden auf jeden Fall gleich Fäden knüpfen für ein nächstes Mal.“

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Die Darsteller Abdulla Mehmud (links) und Heide Sanati aus dem Film Persona non data unterhielten sich am Rande des Festivals mit Henning Möbius, dem Vorsitzenden des Runden Tisches für Toleranz und Demokratie.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Sechs Filme, darunter Streifen wie Willkommen auf Deutsch oder Süchtig nach Jihad, Crossover-Musik mit der international besetzten Band La Selva Mystica, zwischendurch beeindruckende Diskussionsrunden zum Thema Migration und Integration: Das KDW-Team vom Waschpohl hatte den Nerv getroffen, auch wenn das 50-Plätze-Haus nicht immer so rappelvoll war wie bei der Sonntagsmatinee zum Thema Junge Unbegleitete.

 „Wenn wir’s wollen, schaffen wir’s“, antwortete Jürgen Prade vom Freundeskreis Asylbewerber Bordesholm, der selbst sieben junge Afghaner unter seine Fittiche genommen hat, auf die Eingangsfrage von Moderator Dieter Hanisch. „Wenn eine Fassbombe die Alternative ist, dann kann die Antwort in einem Land mit christlichem Hintergrund nur Ja sein“, stand für Dr. Ivo Heer fest. Aber genauso: „Der Schlüssel für die Flüchtlinge ist die deutsche Sprache.“

 Breiten Raum nahm die mittlerweile am Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Betrieb gegangene Integrierende Ambulanz für Flüchtlinge ein: Für das bundesweite Pilotprojekt hat das Land 2 Millionen Euro in die Hand genommen. „Latrinenparolen!“, wies Heer vehement Gerüchte zurück, deshalb hätten sich andere Patienten aus Neumünster in Rendsburg operieren lassen müssen.

 „Der Netto-Laden am Haart macht keinesfalls dicht“, widersprach Neumünsters Migrationsbeauftragte Eilean Leyden anderen Gerüchten. „Wenn Sie mit solchen Parolen konfrontiert werden, sagen Sie einfach: Das stimmt nicht. Es gibt Menschen, denen bringt es offenbar Spaß, damit hausieren zu gehen“, riet Henning Möbius, Vorsitzender des Rundes Tisches für Tolaranz und Demokratie.

 Mathias Schwalbe von der Initiative Willkommen in Boostedt wunderte sich: „Ich verstehe nicht, dass sich in Neumünsters Erstaufnahme im Haart mehr als 5000 Menschen auf engem Raum drängen müssen. Bei uns in der Kaserne wäre noch Platz für 2500.“ Großes Lob zollte Besucherin Irmi Giesler-von der Burg den Veranstaltern: „Das macht Mut, sich gegen die zunehmende Anti-Stimmung hinzustellen und aktiv zu werden. Hut ab vor dem KDW.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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