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Mehr Personal für die Kitas

Neumünster Mehr Personal für die Kitas

Quasi zehn neue Stellen für Neumünsters Kitas und dazu der Prüfauftrag, ob die Gruppengrößen im Elementarbereich unter 22 Kinder verkleinert werden können: Das ist das Zugeständnis, zu dem sich die Ratsversammlung am Mittwochabend bei Enthaltung der SPD und Gegenstimme des Linken Jonny Griese nach zweistündiger Debatte durchrang.

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Verdi hatte mobil gemacht vor der Ratsversammlung: Kita-Mitarbeiter demonstrierten am Mittwochabend vor dem Rathaus.

Quelle: Nitschke

Neumünster. Die verlief im zweiten Anlauf in der von der SPD beantragten Sondersitzung ausgesprochen heftig und war eindeutig vom Oberbürgermeister-Wahlkampf geprägt. OB Olaf Tauras rekapitulierte zum Auftakt: Wegen deutlich gewachsener Aufgabenfülle hatte es „Überlastungsanzeigen“ aus drei Kitas gegeben. Fazit der Verwaltung: Es bestehe dringender Handlungsbedarf in den Randzeiten (vor 8 und nach 16 Uhr), in den Essens- und auch Schlafzeiten. Vorschlag: Aufgrund der Haushaltslage solle vorerst nur auf die Randzeiten reagiert werden, mit sieben zusätzlichen Stellen; Kosten per anno: 270000 Euro.

 Wenn schon, müsse rundum reagiert werden, lautete der SPD-Antrag, der 27 zusätzliche Stellen vorsah. Kosten: rund 900000 Euro pro Jahr. „Die sind im Haushalt auch drin“, war sich Fraktionschef Uwe Döring sicher: Allein 400000 Euro könne die Erhöhung der Spielhallen-Steuer bringen, konterte er in Richtung OB, der die „liebe SPD“ vor einem „dauerhaften Leben auf Pump“ gewarnt hatte.

 „Wollen wir hinnehmen, dass Betreuung nur unter Verzicht auf die gesetzlich vorgeschrieben Pausenregelung funktioniert?“, fragte Döring und warnte seinerseits vor Schadenersatzhaftung, wenn Schlafzeiten nicht genügend betreut würden. „Was fehlt, ist der Mut zum Handeln“, konstatierte Döring. Worauf Thomas Krampfer von den Grünen reagierte: „Wir sind keine Pistoleros, wir schießen nicht aus der Hüfte.“

 Personalratsvorsitzende Sabine Heidebrecht-Rüge wertete den SPD-Antrag als „wichtiges Signal an die 36 Kitas“. Hauke Hahn (CDU) gab zu bedenken, dass es sich bei den Kita-Personalkosten um „strukturelle“, also jährlich wiederkehrende Ausgaben handele.

 Letztlich setzte sich der Änderungsantrag der Grünen durch mit Aufstockung der „Personalkapazitäten analog zehn Vollzeitstellen“. Von den Forderungen nach Schaffung eines Qualitätsmanagements und besserer Personalausstattung wegen Kindern aus sozial benachteiligten Familien mussten sich die Grünen verabschieden: Sie gehören laut Rechtsamt nicht zu den Kriterien für die Personalberechnung.

 Döring konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen: „Eigentlich kann man die Kita-Mitarbeiter nur auffordern, die Aufsichtsbehörde einzuschalten, damit die Verwaltung entsprechende Anweisungen bekommt.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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