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Hohe Bordsteine, kurze Ampelphasen

Zu viele Hindernisse Hohe Bordsteine, kurze Ampelphasen

Gut zwei Dutzend Rollatoren-Nutzer machten am Freitag beim Bummel durch Neumünsters Innenstadt mit, um im Rathaus Stadtpräsidentin Katharina Schättiger einen Forderungskatalog für eine rollatorfreundlichere Innenstadt in die Hand zu drücken.

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Der absolute Clou der Rollator-Aktion: Renate Richter (Mitte, blaue Jacke) hatte eine Miniatur dabei, selbst gebastelt aus Gartenharke, Iso-Schaumstoffröhren, Isolierband und Mini-Luftballonreifen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Projektgelder für die einjährige Aktion Eine Stadt rund um den Rollator hatte Cornelia Schlick von der IBAF Fachschule für Motopädagogik bei einem Ideenwettbewerb der Robert Bosch Stiftung zum Thema „Mobilität im Alter“ an Land gezogen. Mit am Runden Tisch, der alle sechs Wochen tagt, sitzen das Seniorenbüro, der Kreissportverband (KSV), Dr. Renate Richter als medizinische Begleitung und Neumünsters Behindertenbeauftragter Hartmut Florian.

 Rollatorenkurse für die richtige Handhabung, aber auch eine Umfrage, die als Grundlage für besagten Forderungskatalog diente, sowie öffentliche Aktionen wie am Freitag gehören zum Projekt: „Wir wollen, dass die Menschen zum Anwalt ihrer eigenen Dinge werden“, erklärte Schlick.

 Längere Ampelphasen, eine breite, erhöhte Querungshilfe mittig über den Großflecken und wenn schon Pflaster: dann bitte glatte Steine, die Absenkung hoher Bordsteine, eine bessere Erreichbarkeit öffentlicher WCs und Gebäude lauten die zentralen Forderungen. Aber auch breitere Parkplätze, um Autotüren wirklich weit öffnen zu können. „Nortex ist da vorbildlich“, ertönte prompt Lob.

 Rosi Lämmerhirt fiel noch mehr ein. „Verkehrsinseln sind zu klein. In Geschäften gibt es keine Warenkörbe, die auf den Rollator passen. Und wenn wir auf dem Bürgersteig Hundehaufen ausweichen müssen, kommt von hinten ein Radfahrer und nagelt uns um.“ Dem konnte der 69-jährige Günther Teweleit nur beipflichten.

 Er war übrigens der einzige männliche „Bummler“ und erhielt prompt Beifall. „Viele Männer empfinden den Rollator immer noch als Makel und Zeichen von Schwäche“, konstatierte Schlick. „Genau aus der Ecke wollen wir ihn rausholen und als Alltagsbegleiter etablieren, der die eigene Selbstständigkeit verlängert“, ergänzte Mike Lindner vom KSV.

 Dazu muss die Gehhilfe natürlich richtig eingestellt sein, sonst sind Nackenverspannungen vorprogrammiert. Dass man den Rollator auch als Fitnessgerät in Gesellschaft nutzen kann, wird beim Rollator-Walking ab dem 25. April (Treffen 10.15 Uhr, Ecke Kantplatz/Breslauer Straße) demonstriert.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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