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Busfahrer Zich bleibt den Stadtwerken treu

Trotz Ruhestand Busfahrer Zich bleibt den Stadtwerken treu

Die „Fahrt in den Ruhestand“, die das Display an der Bus-Front anzeigte, stimmte nicht ganz: Nach 47 Jahren und acht Monaten wurde Hans-Jürgen Zich am Montag zwar offiziell verabschiedet, bleibt den Stadtwerken Neumünster aber als Aushilfs-Busfahrer erhalten.

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Auch im Ruhestand wird Hans-Jürgen Zich das Steuer von SWN-Bussen ruhig und souverän im Griff haben.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Neumünster. Die „Fahrt in den Ruhestand“, die das Display an der Bus-Front anzeigte, stimmte nicht ganz: Nach 47 Jahren und acht Monaten wurde Hans-Jürgen Zich am Montag zwar offiziell verabschiedet, bleibt den Stadtwerken Neumünster aber als Aushilfs-Busfahrer erhalten.

 Wie viele Kilometer er im Laufe seines Berufslebens zusammen gefahren hat, will er gar nicht wissen. „Aber 150 pro Tag sind es schon gewesen“, ist der 63-Jährige ganz sicher. Und nur hinter dem Steuer gesessen hat er auch nicht. Denn zunächst absolvierte der gebürtige Neumünsteraner bei den Verkehrsbetrieben Hamburg Holstein (damals zeichneten die VHH noch verantwortlich für den öffentlichen Nahverkehr in Neumünster) eine Lehre als Kfz-Schlosser.

 Aber nach 38 Jahren, in denen der Bremsenspezialist „seine“ Busse stets selbst zur TÜV-Prüfung vorgestellt hatte, zog es Zich dann doch „auf die Straße“. Der Kontakt zu den Menschen hat ihn gereizt, aber auch das Fahren selbst. „Ich sitze eben gern am Steuer und habe das Lenkrad im Griff und alles unter Kontrolle.“ Probleme mit den Fahrgästen hat er bis auf einen psychischen Ausfall einer Frau nie gehabt.

 „Herr Zich ist ein Fahrer der alten Garde, der sich durch seine besonnene, hilfsbereite Art die Anerkennung unserer Kunden und der 68 Kollegen erworben hat“, stellt SWN-Geschäftsführer Matthias Trunk fest. Karin Zich ergänzt: „Manchmal hat er sogar Schokolade von den Fahrgästen bekommen.“ Und im Sommer ein Eis.

 Zich ist alle Strecken im Stadtgebiet gleich gern gefahren. „Auf Ruthenbergs schmalen Straßen ist es manchmal eng geworden. Aber die Pkw-Fahrer halten an und lassen die Busse durch.“ Auch mit Schneeräumfahrzeugen und Müllabfuhr gab es stets Kompromisse. „Man kennt sich, grüßt sich.“ Nur auf die Erdgas-Busse, die peu à peu ausrangiert werden, ist er nicht ganz so gut zu sprechen. „Einmal hat mich ein Autofahrer angehalten, weil aus dem Auspuff Flammen schlugen.“

 Warum Zich weiter fährt auf 450-Euro-Basis? „Ich fühle mich fit. Meine Frau geht auch erst in vier Jahren in den Ruhestand.“ Im offiziellen Abschiedsstrauß steckten drei HSV-Tickets. „Es ist eingefleischter Fan. Deshalb sind es auch besonders gute Karten“, versicherte ÖPNV-Chefin Sonja Kessal.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
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