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Schüler schuften für den Balkan

Sozialer Tag Schüler schuften für den Balkan

1,5 Millionen Euro wollten am Donnerstag Jugendliche am Sozialen Tag verdienen. Zehntausende Jungen und Mädchen hatten allein in Schleswig-Holstein und Hamburg ihre Bereitschaft dazu angekündigt. Sie wollten damit Gleichaltrigen auf dem Balkan und syrischen Flüchtlingen helfen. Organisiert wird die Aktion von "Schüler Helfen Leben" (SHL) mit Sitz in Neumünster.

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Jan Nicholas Vogt (20, von links), Stefan Marinkovic (19), John-Lloyd Haller (18), Mia Luckmann (20) und Merle Goßing (20) hatten alle Hände voll zu tun mit den Arbeitsverträgen der Schüler.

Quelle: gme

Neumünster. Die Arbeitsverträge von Unternehmen und Schülern stapeln sich in Kisten in den Büroräumen, das Telefon stand am Donnerstag nicht mehr still: Jan-Nicholas Vogt und das aktuelle Team von "Schüler Helfen Leben" (SHL) hatten alle Hände voll zu tun. „Man kann es noch so gut planen, man muss doch immer aktuell und individuell reagieren“, so der SHL-Pressesprecher.

 Seit drei Tagen ist Stefan Marinkovic aus Bosnien zu Gast in Neumünster. Für ihn startet des Freiwillige Soziale Jahr bei SHL. Am Sozialen Tag nutzte er die Chance, schon einmal hinter die Kulissen zu schauen, um zu sehen, was im kommenden Jahr auf ihn zu kommt. Der 19-Jährige hat beim Jugend-Medienverein von dem Projekt erfahren und freut sich sehr, dort mitzuhelfen, wo Hilfe in seine Heimat fließt.

Auch in Preetz war die Bereitschaft der Einzelhändler, Firmen und Vereine groß, den Sozialen Tag zu unterstützen. Joris, 13 Jahres, hilft zum zweiten Mal im Kindergarten „Die Wühlmäuse“. „Ich konnte heute sogar länger frühstücken“, meint er und gräbt mit einigen Jungen ein tiefes Loch. Joris soll, so die Umschreibung der Erzieherin, die „Bagaluten“ im Auge behalten – macht aber eher mit diesen gemeinsame Sache. Es ist schwer zu sagen, wer an der Aktion mehr Spaß hat, der Schüler oder die Kindergartenkinder. „Das bringt hier doch Spaß“, verrät Joris und hilft zwischendurch einem kleinen Jungen vom Baum.

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„Perspektiven für vergessene Flüchtlinge in Bosnien“ heißt in diesem Jahr eines der beiden Projekte, die unterstützt werden. Nach fast 20 Jahren Kriegsende leben immer noch 7200 Flüchtlinge in der Region um Tuzla in Flüchtlingslagern. Ab September sollen dort Kinder und Jugendliche psychosoziale Unterstützung durch Theater-, Kunst- und Musikworkshops erhalten. Drei Kindergärten im syrischen Flüchtlingslager Zaatari in Nordjordanien werden im zweiten Projekt gefördert: „Derzeit leben rund 30000 Kinder in dem Lager, das heißt in den Kindergärten wird alles benötigt von Einrichtungsgegenständen bis hin zum Essen“, so Vogt weiter.

 Die Jobs der Schüler reichen auch in diesem Jahr wieder von Rasenmähen bei den Großeltern bis zum „Top Job“ im Bundeskanzleramt bei Angela Merkel, die in diesem Jahr Schirmherrin des Sozialen Tags ist. 263000 Euro hatte SHL gestern bereits auf dem Konto von den 73 Schulen, die schon vorab ihren Sozialen Tag hatten.

 „Insgesamt nehmen rund 80000 Schüler teil, von denen wir eine Gesamtspendensumme von 1,5 Millionen Euro erwarten“, so Vogt. Genaue Zahlen werden aber erst in ein paar Wochen erwartet. Wenn jetzt oder nach den Sommerferien noch Schulen teilnehmen möchten, können diese sich bei SHL melden.

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Ein Artikel von
Gunda Meyer
Holsteiner Zeitung