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Kampf für die Störbrücke?

Abriss geplant Kampf für die Störbrücke?

Neues zur Altonaer Chaussee in Neumünster-Wittorf: Für eine „Aufforstung“ der früheren Allee stellt das Land Geld zur Verfügung. Außerdem will der Schleswig-Holsteinische Heimatbund prüfen, wie viel historische Substanz in der Störbrücke noch vorhanden ist und ob ein Kampf gegen den geplanten Abriss lohnt.

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Eine Stahlträger-Konstruktion verstärkt seit Jahrzehnten die Störbrücke. Ob im Mauerwerk noch ein historischer Schlussstein zu sehen ist wie in der 1834 gebauten Schwalebrücke in der Stadt, kann man wegen der in Rohren laufenden Versorgungsleitungen nicht erkennen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Das müssen wir zuerst klären und dann entscheiden, ob es sich lohnt, angesichts der Neubaupläne für den Erhalt zu kämpfen“, erklärte Heinrich Kautzky, Mitherausgeber des Buches „Die Chaussee Altona-Kiel“, dessen Begleit-Ausstellung bis zum 27. Mai Station in Neumünsters Rathaus-Foyer macht. Bei der Eröffnung der Schau am Montag stellte Hermann-Josef Thoben vom SHHB-Präsidium klar: „Wir sind überrascht von der Medienresonanz über die Wiederherstellung des ursprünglichen Alleencharakters dieser ersten Kunststraße im Lande. Altona-Kiel ist eine Marke geworden!“

 Deshalb hat der Heimatbund jetzt um Akteneinsicht in die baufachliche Beurteilung der Brücke gebeten. „Ohne diese 1832 gebaute Granitbogenbrücke über die Stör wäre Neumünster nie Industriestadt geworden“, ist Kautzky überzeugt. „Mindestens zwei Mal“ ist die Brücke seither umgebaut worden. „Niemand weiß, wie viel der ursprünglichen Substanz noch existiert, ob es dort vielleicht auch noch einen alten Schlussstein mit herausgemeißelter Krone und Jahreszahl wie an der Schwalebrücke von 1834 in der Innenstadt gibt.“

 Leider ist das Bauwerk wegen dicker Versorgungsrohre nur schwer einsehbar. Laut Gutachten ist die Brücke „abgängig“, Pläne für einen Neubau sehen eine breitere Trasse als bisher vor. Künftig sollen nicht nur Fahrbahn und Rad-/Gehweg auf einer gemeinsamen Brückentrasse verlaufen, sondern gleich die Möglichkeit geschaffen werden, die „Altonaer“ eines Tages auf drei Spuren zu erweitern.

 Das wirft für Kautzky die nächste Frage auf: „Wie viele der mehr als 100 Jahre alten Bäume müssten dann, vorerst nur für die Dauer dieser Brückenbaustelle, an der Stelle weichen?“ Zumal das hehre Ziel ja die Rekreation des Alleen-Bildes ist. „Das Land will in sechs Teilbereichen sogar die dafür notwendigen Schutzplanken finanzieren. Noch vor einem halben Jahr wäre das undenkbar gewesen.“

 Für den baumlos nackten Bereich der „Altonaer“ in Wittorf stadtauswärts auf der linken Seite stehen laut Kautzky inzwischen Landesmittel für eine Wiederbegrünung mit 100 Bäumen zur Verfügung. „Die Stadt müsste im Rahmen eines B-Planverfahrens nur zustimmen.“

 Neumünsters ehemaliger Umweltamtsleiter „brennt“ für das Thema Chaussee, für das er seit langem recherchiert. Kautzky war es denn auch, der auf dem Parkplatz Am Alten Kirchhof mitten in der Stadt originale Chaussee-Granit-Pollersteine von 1835 entdeckte und dafür sorgte, dass sie ausgetauscht und auf dem städtischen Bauhof eingelagert wurden. Eines Tages sollen sie wieder an der Chaussee Position beziehen.

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