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Diakonie für „durchmischte“ Projekte

Neumünster Diakonie für „durchmischte“ Projekte

Die erneute Förderung des sozialen Wohnungsbaus in Neumünster war Thema eines Diskussionsabends der örtlichen SPD. Bezahlbarer Wohnraum werde sowohl von Senioren als auch von jungen Leute gesucht. Die Diakonie Altholstein favorisierte „durchmischte Projekte“.

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Birgit Malecha-Nissen (links) im Gespräch mit Heinrich Deicke, Chef der Diakonie Altholstein, und SPD-Ratsfrau Franka Dannheiser.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Für den SPD-Fraktionschef Volker Andresen war das Fazit klar: „Stadtplanung muss wieder Chefsache werden“, resümierte er am Ende der SPD-Diskussionsveranstaltung über „Gutes Leben in der Stadt – Baustelle sozialer Wohnungsbau“ am Montagabend.

 Zu dem Abend hatte die Bundestagsabgeordnete Birgit Malecha-Nissen eingeladen, die gleich eingangs feststellte: „Wohnen darf nicht Luxusgut sein, sondern ist elementarer Teil unserer Sozialpolitik.“ Zum Brennpunkt sozialer Wohnungsbau stellte sie fest: „Nach dem Boom in den 60er- und 70er-Jahren erfolgt jetzt der Wegfall der Preisbindung. Außerdem stellt Zuwanderung den Wohnungsmarkt vor neue Probleme.“

 In Neumünster sollten 1500 Wohnungen auf dem Markt verfügbar sein. „Diese Zahl schwirrt so herum, nachdem das Wohnraumversorgungskonzept 2012 zuletzt aktualisiert wurde“, sagte Kurt-Werner Böttcher, Prokurist der Wobau Neumünster. Von den 3500 Wohnungen der Wobau seien 25 Prozent „geförderte“. Sein Wunsch an die Politik: „Anreize schaffen für Rückbau von vorhandenem Wohnraum und das Feld dann wieder den Wohnungsbaugesellschaften überlassen.“

 Als „traurig“ bezeichnete er den 30-prozentigen Leerstand in Wohnlagen wie Hansaring oder Gutenberg- und Rosenstraße in Tungendorf. „Diesen Bestand sollte man mit Fördermaßnahmen anpacken, statt in den Neubau zu gehen. Das wäre die schnellere Lösung.“

 SPD-Ratsfrau Franka Dannheiser lag die ältere Klientel am Herzen, die ihre Häuser verkaufen, trotzdem in „ihrem“ Stadtteil alt werden möchte. „Und wir müssen an die ganz jungen Leute denken, die zu Hause ausziehen. Für die haben wir nichts!“ Mehr Offenheit von Wohnungsbauträgern für ein barrierefreies Wohnen für Empfänger von Grundsicherung wünschte sich Romi Wietzke vom Seniorenbüro.

 Heinrich Deicke, Geschäftsführer der Diakonie Altholstein, vermisste Neumünsters Mut, „durchmischte“ Projekte wie in Kiel-Gaarden anzupacken, war indes überzeugt: „Kreative Menschen gibt es auch in Neumünster.“ Kersten Andresen wies auf die Belange junger Menschen mit Behinderungen hin. „Warum werden Mittel dafür von den Wohnungsbaugesellschaften in Neumünster so schleppend abgefordert?“

 Eine konkrete Chance für sozialen Wohnungsbau sah die Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber für das Projektgebiet Umbau Stadtteil West, zu dem auch der Hansaring gehört. „Da sind so viele Leerstände, da muss dringend Flow reinkommen.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
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