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Kein Beschluss zu neuen Unterkünften

SPD wartet große Anfrage ab Kein Beschluss zu neuen Unterkünften

Noch gibt es im Schul- und Sportausschuss Neumünster keine Entscheidung zu den geplanten Unterkünften für junge unbegleitete Flüchtlinge. Die SPD will zunächst Antwort auf eine große Anfrage im Rat abwarten. Die Standtorte in Ruthenberg und Böcklersiedlung sowie der anvisierte freie Träger ernten Kritik.

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In der alten kleinen Villa in der Brachenfelder Straße 9 will die Hamburger Einrichtung Sterni-Park junge unbegleitete Flüchtlinge betreuen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Zu den geplanten Unterkünften für junge unbegleitete Flüchtlinge in Neumünsters Stadtteilen Ruthenberg und Böcklersiedlung gab der Schul- und Sportausschuss kein Votum ab; die SPD will erst Antworten auf ihre große Anfrage im Rat am 16. Februar abwarten.

 Die meisten der knapp 40 Besucher der Sitzung am Donnerstagabend stammten aus Ruthenberg, wo der Vorschlag der Stadt, das Gelände des Ex-Jugendheims an der Slevogtstraße an einen Jugendhilfeträger aus Hamburg zum Bau einer Flüchtlingsunterkunft zu verkaufen, eher abgelehnt wird. Die Erstaufnahme in der Scholtz-Kaserne liegt im Stadtteil; die Dithmarscher Straße ist im Gespräch für ein Willkommenszentrum. „Uns wurde zugesichert, wenn mit dem Jugendfreizeitheim etwas Neues passiert, werden wir informiert“, insistierte Stadtteilvorsteher Uwe Holtz.

 Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth wies auf die Verpflichtung der Stadt hin, Flüchtlinge unterzubringen: „Unsere Sozialarbeiter stehen mit dem Rücken zur Wand; sie sind total überlastet.“ Mit rund 450 sind derzeit mehr als 25 Prozent der unbegleiteten Jugendlichen des ganzen Landes Neumünster zugewiesen. In der Böcklersiedlung, wo ein Grundstück neben dem LogIn im Gespräch ist, sieht Stadtteilvorsteher Rolfs Schaks die Lage eher entspannt. „Aber eine direkte Information und nicht erst durch die Zeitung wäre uns lieber gewesen.“

 Als interessierter Betreiber für beide Einrichtungen ist der freie Träger SterniPark im Gespräch, der auch hinter der im Aufbau befindlichen Einrichtung für junge Unbegleitete mit rund 20 Plätzen in der Brachenfelder Straße 9 stehen soll. Geschäftsführerin Leila Moysich war für ein Gespräch nicht zu erreichen; allerdings sucht SterniPark für Neumünster via Internet eine Einrichtungsleitung.

 Sowohl SPD als auch BfB haben sich kritisch zu dem Träger geäußert. BfB-Ratsfrau Ester Hartmann hatte die Arbeitsbedingungen als schlecht bewertet. Oberbürgermeister Olaf Tauras hingegen sagte, dass die Stadtverwaltung bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht habe.

 Für die SPD steht in puncto Slevogtstraße fest: mit einer weiteren Flüchtlingseinrichtung in Ruthenberg könne ein sozialer Brennpunkt entstehen. Vor der Entscheidung müsse es eine Abwägung aller Argumente unter Beteiligung der Öffentlichkeit geben.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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