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Leeres Kaufhaus wäre eine Barriere

Neumünster Leeres Kaufhaus wäre eine Barriere

Jetzt ist es endgültig: Karstadt macht die Filiale am Großflecken dicht. In Neumünster mag man die Nachricht noch gar nicht richtig glauben, zu viele Schließungsgerüchte hatte es in den vergangenen Jahren gegeben. Doch der Aufsichtsrat hat am Dienstag tatsächlich das Aus für die drittälteste Filiale des Konzerns beschlossen. Termin: Juni 2016.

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Die Karstadt-Filiale in Neumünster soll im kommenden Jahr schließen.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Schon am Morgen klingelte bei Oberbürgermeister Olaf Tauras das Telefon, und Karstadt sprach ihm gegenüber von „großer Wahrscheinlichkeit“, dass das Neumünsteraner Haus geschlossen werde. Mittags dann die Bestätigung. „Es ist damit traurige Gewissheit, was seit langer Zeit immer wieder Thema war“, sagt Tauras. 1888 war die Filiale gegründet worden. Seit Jahren mache das Haus in Neumünster jedoch Verluste, und man sehe keine wirtschaftliche Perspektive mehr, hieß es vom Unternehmen.

 „Das bringt uns eine große Herausforderung“, sagte Stadtmanager Michael Keller. Die Nachricht kam für ihn überraschend und bedeutet viel Arbeit. Falls das Gebäude ab Sommer 2016 leer stehe, sei es wie eine Barriere. Für das Stadtmarketing stelle sich dann die Frage, wie man Holsten-Galerie-Besucher auf den Großflecken lockt.

 Die CDU bedauert es, „wenn Neumünster kein eigenes klassisches Warenhaus mehr hätte“, sagte Kreisvorsitzender Wolf Rüdiger Fehrs. „Wir sind froh, dass es im DOC und in der Holsten-Galerie Hunderte neuer Arbeitsplätze für Einzelhandelsfachleute gibt“, erklärte er weiter.

 SPD-Kreisvorsitzende Kirsten Eickhoff-Weber nannte die Schließung „nicht nur für die rund 100 Mitarbeiter dramatisch“ und sprach ihre Solidarität aus. „Offensichtlich hat der Karstadt-Konzern kein Vertrauen in die viel beschworenen Synergieeffekte mit dem Einkaufszentrum auf dem Gebiet des ehemaligen Sager-Geländes in direkter Nachbarschaft, das zeigt diese Entscheidung ganz deutlich“, so Eickhoff-Weber.

 Ihr Bedauern hat auch die Holsten-Galerie ausgedrückt. ECE-Pressesprecher Christian Stamerjohanns sagte: „Wir hätten Karstadt da gerne weiter gehabt.“ Neumünster verliert einen Anker für den Großflecken. „Es ist wirklich schade, wenn der zusätzliche Spieler nicht mehr dabei ist.“

 Umdenken ist auch in der Stadtplanung gefragt. Der Planungsausschuss hat gerade grünes Licht für die Erarbeitung eines Innenstadtkonzeptes gegeben. Drei Planungsbüros sollen Ideen für den Großflecken vorlegen. Diese Aufträge müssen jetzt umgeschrieben werden.

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