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Jede Menge Müll auf dem Stundenplan

Schüler im TBZ Jede Menge Müll auf dem Stundenplan

Beim Praxis-Schultag ging es für mehr als 500 Schüler aus Neumünster zum Technischen Betriebszentrum in ihrer Stadt. Die Mitarbeiter des TBZ haben ein vielfältiges Programm ausgearbeitet: Bei verschiedenen Aktionen lernten die Kinder alles über Mülltrennung oder Müllvermeidung.

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Victoria (vorne) und Sohrab aus der 4d der Johann-Hinrich-Fehrs-Schule lassen sich vom „Erklär-Bär“ Olaf Eichert, der Vorarbeiter bei der Müllabfuhr ist, das drei Monate alte Müllfahrzeug erläutern. Zusammen mit ihren Mitschülern dürfen sie sogar einmal in die Fahrerkabine steigen.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Das Technische Betriebszentrum (TBZ) hatte sein neuestes, erst drei Monate altes Müllfahrzeug herausgeholt. 10,7 Tonnen Abfall passen hinein – und in die Fahrerkabine 22 Kinder, zumindest nacheinander. Beim Praxis-Schultag durften Neumünsters Grundschüler auf den Fahrersitz klettern, einen Blick auf die Technik werfen und sie erfuhren außerdem jede Menge über Müll, Schadstoffe, Abfallvermeidung und -trennung.

„Das Müllauto ist toll“, erklärte dann auch Sohrab (9) aus der Klasse 4d der Johann-Hinrich-Fehrs-Schule. Mehr als 500 Viertklässler aus zwölf Grundschulen besuchten an zwei Tagen das TBZ am Niebüller Weg. Das Müllauto erläuterte Olaf Eichert, Vorarbeiter bei der Müllabfuhr und selbsternannter „Erklär-Bär“, den Schülergruppen. Wie werden die Tonnen am Müllfahrzeug gekippt, wie funktioniert das Presswerk, und wozu sind die großen roten Knöpfe da? Sohrab war fasziniert, denn damit wird die Müllpresse sofort gestoppt und die Müllwerker können Katzen retten, die sich in offenen Mülltonnen versteckt hatten und dann beinahe mit entsorgt wurden.

Seine Mitschülerinnen Sylvana (10) und Jaqueline (11) fanden dagegen das Theaterstück „Kleine Elfe in großer Gefahr“ spannender, in dem es um die Abfallproblematik ging. Derweil testeten Melissa, Malik, Lucien und Junia (alle 9) aus der 4a der Fehrs-Schule ihre Kenntnisse bei der Müllsortierung. Spielkarten mit Müllsymbolen sollten in die richtige Tonne geworfen werden – blau, grün oder grau. Wohin gehört die Chipstüte? „In den gelben Sack“, waren sich die Schüler einig.

30 Mitarbeiter führten die Grundschüler am Dienstag und Mittwoch über das Gelände, erklärte Marco Pemöller aus der Verwaltung des TBZ. Ein großer Personalaufwand, „aber es geht ja um die Kunden von morgen“, sagte er. Dafür hatte das TBZ ein breites Informations-Programm zusammengestellt. Wie vermeidet man Müll schon beim Einkauf? Warum sind Handys, Computern oder alte Elektrogeräten wertvolle Rohstofflieferanten für die Industrie?

Beim Spaziergang auf den 36 Meter hohen und mittlerweile grünen Deponieberg wollten die Schüler kaum glauben, dass sich hier 3,3 Millionen Tonnen Müll zu einem Berg aufgetürmt haben. Der Blick von oben war ebenso beeindruckend.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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