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Dürrenmatt-Klassiker wird „Kill Ill“

Schüler-Theater Dürrenmatt-Klassiker wird „Kill Ill“

Aus dem verharmlosenden Titel vom Besuch der alten Dame ist "Kill Ill" geworden. Aber sonst dürfen sich die Zuschauer auf die Original-Dürrenmatt-Story um Moral, Rache und Käuflichkeit freuen, wenn der Projektkreis des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Neumünster am 3. Februar Premiere mit seinem neuen Stück feiert.

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Die „Schweine“-Szene mit Alfred (Julius Becker), Claire (Hjördis Heinzel), Prothese und Krücke im einstigen Liebesbett im Humboldt-Forum.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Nicht zuletzt, dass sie 31 Mitwirkende – einschließlich Techniker Thore Thies und Charlotte Franck und Miriam Stüber als Kostümverantwortliche – „bedienen musste“, hat Lehrerin Alexandra Göpfert auf den Bühnenklassiker des Schweizer Autoren zurückgreifen lassen. Außerdem: „Die Sprache ist einfach, das Stück erzählt sich leicht, der Inhalt ist transportierbar.“

 Und die Verführbarkeit der Menschen durch Konsum und Geld macht das 1956 uraufgeführte Stück immer noch aktuell. „Das betrifft uns alle heute“, sagt Göpfert, der vor allem eines wichtig ist: „Ich möchte, dass die Schüler die verletzte Liebe der Claire als tieferen Hintergrund für ihre deshalb natürlich nicht zu entschuldigende Form der Rache ernst nehmen. Wenn sie das zu spielen schaffen, das wäre toll.“

 An dem Ziel sind die 28 Darsteller schon nah dran und mit Feuereifer bei der Sache. Kein Wunder: Die Theaterarbeit wird im Fach Darstellendes Spiel in das Abiturzeugnis einfließen. Es geht unter die Haut wenn Hjördis Heinzel, eine der beiden Darstellerinnen der Multimillionärin Claire Zachanassian, kalt bis ins Mark anbietet: „Eine Milliarde für Güllen, wenn jemand Alfred Ill tötet.“

 Die 19-Jährige findet „das Tolle an der Rolle: Die Claire ist so ganz anders als ich. Dieses Arrogante, dieses Arschige!“ Eigentlich war Medizinstudium angesagt nach dem Abi. Aber jetzt hat sie sich vom Ill-Darsteller Julius Becker doch ein bisschen infizieren lassen. Julius hat eine Stück tragende Rolle, tritt in jeder Szene auf. „Ich darf den starken emotionalen Bruch spielen von optimistisch bis hin zu tiefer Depression.“

 Sein Hobby zum Beruf zu machen, wäre für den 20-Jährigen „echt cool“. Für Sophie Urzua (18), die zweite Claire, die bereits seit drei Jahren beim Jugendtheaterclub Neumünster mitmischt, war die Teilnahme an der neuen Göpfert-Inszenierung völlig klar: „Sie ist bekannt dafür, dass sie gute Stücke macht.“ Das Lob kann Alexandra Göpfert zurückgeben: „Dieser Kurs ist total zuverlässig, pünktlich und stets freundlich miteinander.“

 Seit Sommer liefen die Proben einmal pro Woche, „jetzt im Januar sechs bis sieben Stunden an jedem Wochenende, das haben wir aber auch gebraucht“. Das Ergebnis ist am 3., 4. und 5. Februar auf der Bühne des Humboldt-Forums zu sehen, jeweils ab 19.30 Uhr.

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