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„Heil“ auf dem Stundenplan

Schulkinowoche angelaufen „Heil“ auf dem Stundenplan

Die Resonanz für die Schulkinowoche nötigt Andreas Leimbach Respekt ab. Der Beauftragte für Kinder- und Jugendschutz in Neumünster wies am Mittwoch daraufhin, das mehr als 4600 Schüler die über 30 Vostellungen besuchen. Unter anderem auf dem Spielplan: die Satire „Heil“ und der Flüchtlings-Film „Willkommen auf Deutsch“.

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Mit der Klasse 9d der Wilhelm-Tanck-Gemeinschaftsschule diskutierte Andreas Leimbach am Mittwoch bei der Schulkinowoche über den Film „Heil“ von Dietrich Brüggemann.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Guckt ihn euch noch mal an. Das ist zwar auf den ersten Blick eine platte Komödie, aber da steckt wesentlich mehr dahinter.“ So lautete Andreas Leimbachs Tipp an die Besucher der Schulkinowoche, für die am Mittwoch der Film „Heil“ auf den Stundenplan stand.

 So richtig cool fand die 9 d der Wilhelm-Tanck-Gemeinschaftsschule nicht, was sie eben über die Leinwand hatte flimmern sehen zum Thema Neonazis, vor allem im bevölkerungsbröckelnden Nordosten der Republik. „Würdet ihr den weiterempfehlen?“ fragte Neumünsters Beauftragter für Kinder- und Jugendschutz. Noch nicht mal die Hälfte aller Daumen zeigte nach oben. „Aha, also eher so lala“, fasste Leimbach zusammen.

 Dass es sich um die Komödien-Form einer Satire handelte, in der die Charaktere überzeichnet dargestellt werden, war den 15- und 16-Jährigen aber durchaus klar. Auch dass die Gang, die aus Hamburg aufkreuzt, Nipster sind, also hippe Nazis, während die Ostnazis eher bieder „oldschool“ wirkten.

 Durch geschicktes Fragen arbeitete Leimbach heraus, dass der Streifen von Dietrich Brüggemann nicht nur platt auf die Neonazi-Szene eindrischt, sondern alle möglichen gesellschaftlichen Gruppen durch den Kakao gezogen werden: die sensationsgeilen Medien, die Politik, das Bildungsbürgertum.

 Dass die Schüler den Film eher „durchwachsen“ einstuften, befremdete Lehrerin Christine Seifert nicht: „Es gibt viele geschichtliche Fakten, die man wissen muss, um den Streifen zu verstehen.“ - „Und es ist ein echter Kinofilm. Dass der eine Typ in seinem Reichsadler-Tattoo am Hals einen Smiley eintätowiert hat, kann man auf kleinem Monitor gar nicht erkennen“, machte Leimbach auf Details aufmerksam.

 Für die Schulkinowoche 2015 hatte das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen eine ganze Auswahl vom Kinderfilm bis zur Thematik tödliche Erkrankung zur Verfügung gestellt. Der 49-jährige Leimbach, für den es die vierte Kino-Woche war, hatte sich für „Heil“ entschieden, weil ihm die Leistung der Regisseur-Schwester Anna Brüggemann in einem anderen Film imponiert hatte. „Die fand ich diesmal nicht so toll.“

 30 zum Teil ausverkauften Vorstellungen der Kino-Woche im Cineplex angemeldet haben. „Das ist angesichts der Einwohnerzahl enorm. Hut ab!“

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