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Von Arthrose bis zu Zahnproblemen

Senioren im Tierpark Neumünster Von Arthrose bis zu Zahnproblemen

Die Zähne fallen aus, die Augen werden schwächer, einige haben Nierenprobleme – auch Tierpark-Bewohner kommen ins Alter. Die Pfleger kümmern sich um ihre greisen Schützlinge ganz besonders. „Die Senioren werden regelrecht betüddelt“, sagt Tierpark-Chefin Verena Kaspari, während sie Sylvester, einem rund 15 Jahre alten Frettchen, den Bauch krault.

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Jule ist bereits 35 Jahre alt und sieht und hört kaum noch etwas. Bei der Fütterung hält sie sich zurück, sie weiß, dass sie inzwischen zu langsam ist. Dafür bekommt sie später eine Extraration aus der Hand gefüttert.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Ob Braunbärin Püppi (31), Shetland-Pony Dr. Wurzel (über 40), Berberäffin Frieda (15), Seehund-Oma Jule (35) oder Frettchen Sylvester (15) – die Tiere bekommen im Alter die gleichen Beschwerden wie Menschen, von Arthrose bis Zahnproblemen. Drei Tierärzte sind zur Stelle, wenn eins der Tiere ein Wehwehchen hat. Und die Tierpfleger um Verena Kaspari kümmern sich tagtäglich und wissen genau, was ihren Schützlingen gut tut. Sieben Gesellen und sechs Auszubildende beschäftigt der Tierpark.

 Püppi ist 31 Jahre alt. Dem Braunbär-Weibchen sieht man das überhaupt nicht an. Ihr dichtes, dunkles Fell wirkt richtig kuschelig, aber das Gesicht ist regungslos. „Bären haben keine Mimik, weil sie kaum Muskeln im Gesicht haben“, erklärt Kaspari. Püppi hört noch sehr gut, riecht bestens – aber die Augen werden schwächer. Etwas aufgeregt läuft sie durch ihr Gehege. Ein paar fremde Lkw fahren übers Gelände. „Aufregung ist aber manchmal auch ganz gut für den Kreislauf“, erzählt Kaspari. Das Tier bekommt Nierentabletten, serviert in einer eigens zubereiteten Gemüsesuppe. Auch das Fleisch wird ihr oft gekocht statt roh gereicht. Ihr geht es gut. Zwillingsschwester BigMac hatte Arthrose. Seit zwei Jahren ist Püppi allein.

 Seehündin Jule ist mit 35 Jahren „uralt“, bei der Fütterung am Nachmittag vor Publikum bleibt sie auf der anderen Beckenseite. Sie weiß, dass sie nicht mehr schnell genug ist, um einen Fisch von Tierpfleger Christoph Kaufmann zu ergattern. Sollen doch Eike und Bonnie herumjagen, Jule bekommt nachher in Ruhe ihre Extra-Ration. „Sie sieht und hört fast nichts mehr“, sagt Kaufmann.

 Frieda sitzt abseits der anderen Berberaffen, die Rasselbande tobt durchs Gehege. In freier Natur würden diese Affen rund zehn Jahre alt, Frieda ist bereits 15. Oft werden Zoo-Tiere doppelt so alt wie in Freiheit. Das liegt an der guten Pflege. „Da spare ich nicht“, versichert Verena Kaspari. Für Gämse und Rentiere besorgt sie zum Beispiel sogar Alpenheu.

 Shetland-Pony Dr. Wurzel ist schon über 40 Jahre alt, und inzwischen sieht man es ihm auch an. Er hat kaum noch Zähne, sein Futter wird eingeweicht, weil er Heu und Stroh nicht mehr richtig zermalmen kann. Aber er knabbert gerne an grünen Zweigen und scheint sich zu freuen, als die Tierpark-Chefin ihn im Stall besucht. Natürlich hat sie ein Leckerli dabei ... Auch Tierarzt und Hufschmied sehen regelmäßig nach ihm.

 Frettchen Sylvester bekommt von Verena Kaspari ein paar Streicheleinheiten. Er ist total verschmust. Aber er ist auch wetterfühlig, er haart heftig, und er hat ein Nierenproblem. Da er ausgesetzt wurde, kann sie das Alter nur schätzen: ungefähr 15 Jahre. „Er bekommt Senioren-Futter“, erklärt sie, und eine Vitaminpaste. Trotzdem hat er abgenommen. Aber am liebsten mag er es, am Bauch gekrault zu werden. „Die fünf Minuten nehme ich mir“, sagt Kaspari. Sylvester genießt es und seinen Lebensabend im Tierpark.

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